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Buch der Lieder
Seite
138
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Sluz der Harzreise.

Blanke Ritter, Fraun und KnappenSchwangen sich im Fackeltanz.

Da verwünschte Schloß und LeuteEine böse Zauberin,

Nur die Trümmer blieben stehen,

Und die Eulen nisten drin.

Doch die sel'ge Muhme sagte:

Wenn man spricht das rechte Wort,Nächtlich zu der rechten Stunde,

Drüben an dem rechten Ort,

So verwandeln sich die TrümmerWieder in ein Helles Schloß,

Und es tanzen wieder lustigRitter, Fraun und Knappentroß;

Und wer jenes Wort gesprochen,Dem gehören Schloß und Leut',

Pauken und Trompeten huld'genSeiner jungen Herrlichkeit."

Also blühen MärchenbilderAus des Mundes Röselein,

Und die Augen gießen drüberIhren blauen Sternenschein.

Ihre goldnen Haare wickeltMir die Kleine um die Händ',

Gibt den Fingern hübsche Namen,

Lacht und küßt und schweigt am End'.

Und im stillen Zinnner allesBlickt mich an so wohlvertraut;

Tisch und Schrank, mir ist, als hätt'ichSie schon früher mal geschaut.

Freundlich ernsthaft schwatzt die Wanduhr,Und die Zither, hörbar kaum,

Fängt von selber an zu klingen,

Und ich sitze wie im Traum.

Jetzo ist die rechte Stunde,

Und es ist der rechts Ort;