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Buch der Lieder
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140
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140 Aus der Harzreise.

Der Hirtenknabe.

König ist der Hirtenknabe.

Grüner Hügel ist sein Thron;

Über seinem Hanpt die SonneIst die große, goldne Krön'.

Ihm zu Füßen liegen Schafe,Weiche Schmeichler, rotbekreuzt;Kavaliere sind die Kalber,

Und sie wandeln stolzgcspreizt.

Hosschauspisler sind die Böcklein;Und die Bogel und die Küh',

Mit den Flöten, mit den Glöcklein,Sind die Kammermusizi.

Und das klingt und singt so lieblich.Und so lieblich rauschen dreinWasserfall und Tannenbäume,

Und der König schlummert ein.

Unterdessen muß regierenDer Minister, jener Hund,

Dessen knurriges GebelleWiderhallet in der Rund'.

Schläfrig lallt der fange König:Das Regieren ist so schwer;

Ach, ich wollt', daß ich zu HauseSchon bei meiner Kön'gin war'!

In den Armen meiner Kön'ginRuht mein Königshaupt so weich,Und in ihren schönen AugenLiegt mein unermeßlich Äeich!"

Äuf dem Brocken.

Heller wird es schon im OstenDurch der Sonne kleines Glimmen,Weit und breit die BergesgipfelIn dem Nebelmeere schwimmen.