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Buch der Lieder
Seite
136
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Aus der Harzrekse.

Glaubst wohl nicht an Gott den Vater,An den Sohn und Heil'gen Geist?"

Ach, mein Kindchen, schon als Knabe,Als ich saß auf Mutter Schoß,

Glaubte ich an Gott den Vater,

Der da waltet gut und groß!

Der die schöne Erd' erschaffen.

Und die schönen Menschen drauf,

Der den Sonnen, Monden, SternenVorgezeichnet ihren Lauf.

Als ich größer wurde, Kindchen,

Noch viel mehr begriff ich schon,Ich begriff und ward vernünftig,

Und ich glaub' auch an den Sohn;

An den lieben Sohn, der liebendUns die Liebe offenbart.

Und zum Lohne, wie gebräuchlich,Von dem Volk gekreuzigt ward.

Jetzo, da ich ausgewachsen,

Viel gelesen, viel gereist,

Schwillt mein Herz, und ganz von HerzenGlaub' ich an den Heil'gen Geist.

Dieser that die größten Wunder,Und viel größre thut er noch;

Er zerbrach die Zwingherrnburgen,Und zerbrach des Knechtes Joch.

Alte Todeswunden heilt er,

Und erneut das alte Recht;

Alle Menschen, gleichgeboren,

Sind ein adliges Geschlecht.

Er verscheucht die bösen NebelUnd das dunkle Hirngespinst,

Das uns Lieb' und Lust verleidet,Tag und Nacht uns angegrinst.

Tausend Ritter, wohlgewappnet,Hat der Heil'ge Geist erwählt.