Berz-Jdylle, 13?
„Und ich bin ein banges Mädchen,
Und ich furcht' mich wie ein KindVor den bösen Bergesgeistern,
Die des Nachts geschäftig sind/'
Plötzlich schweigt die liebe Kleine,
Wie vom eignen Wort erschreckt,
Und sie hat mit beiden HändchenIhre Äugelein bedeckt.
Lautsr rauscht die Tanne draußen.
Und das Spinnrad schnurrt und brummt,
Und die Zither klingt dazwischen,
Und die alte Weise summt:
„Furcht dich nicht, du liebes Kindchen,
Vor der bösen Geister Macht!
Tag und Nacht, du liebes Kindchen,
Halten Englein bei dir Wacht!"
S.
Tannenbaum mit grünen FingernPocht ans niedre Fensterlein,
Und der Mond, der stille Lauscher,Wirft sein goldnes Licht herein.
Vater, Mutter schnarchen leiseIn dem nahen Schlafgemach;
Doch wir beide, selig schwatzend,Halten uns einander wach.
„Daß du gar zu oft gebetet,
Das zu glauben wird mir schwer,Jenes Zucken deiner LippenKommt wohl nicht vom Beten her.
„Jenes böse, kalte Zucken,Das erschreckt mich jedesmal,
Doch die dunkle Angst beschwichtigtDeiner Augen frommer Strahl.
„Auch bezweifl' ich, daß du glaubest,Was so rechter Glauben heißt, —