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Buch der Lieder
Seite
121
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Ratclifs 12Z

Und stürmen wild hinauf zur Himmelsfeste;

Und schwarze Zwerge klettern nach, und knisternd

Zerstieben droben alle goldnen Sterne,

Mit frecher Hand reißt man den goldnen Vorhang

Vom Zelte Gottes, heulend stürzen nieder

Aufs Angesicht die frommen Engelscharen,

Auf seinem Throne sitzt der bleiche Gott,

Reißt sich vom Haupt die Krön', zerrauft sein Haar

Und näher drängt heran die wilde Rotte.

Die Riesen werfen ihre roten Fackeln

Ins weite Himmelreich, die Zwerge schlagen

Mit Flammengeißeln ans der Englein Rücken

Die winden sich und krümmen sich vor Qualen,

Und werden bei den Haaren fortgeschleudert;

Und meinen eignen Engel seh' ich dort.

Mit seinen blonden Locken, süßen Zügen,

Und mit der ew'gen Liebs um den Mund,

Und mit der Seligkeit im blauen Augs

Und ein entsetzlich häßlich schwarzer Llobold

Reißt ihn vom Boden, meinen bleichen Engel,

Beäugelt grinsend seine edlen Glieder,

Umschlingt ihn fest mit zärtlicher Umschlingung

Und gellend dröhnt ein Schrei durchs ganze Weltall,

Die Säulen brechen, Erd' und Himmel stürzen

Zusammen, und es herrscht die alte Nacht.

Natcliff.

Der Traumgott brachte mich in eine Landschaft,Wo Trauerweiden mirWillkommen" winktenMit ihren langen, grünen Armen, wo die BlumenMit klugen Schwesteraugen still mich ansahn.Wo mir vertraulich klang der Vögel Zwitschern,Wo gar der Hunde Bellen mir bekannt schien,Und Stimmen und Gestalten mich begrüßtenWie einen alten Freund, und wo doch allesSo fremd mir schien, so wunderseltsam fremd.Vor einem ländlich schmucken Hause stand ich,In meiner Brust bewegte sich's, im Kopfe