Druckschrift 
Buch der Lieder
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

110 Die Heimkehr.

Und war' ich nicht der liebe Gott,

Ich könnt' des Teufels werden.

Du langer Engel Gabriel,

Geh, mach dich auf die Sohlen,

Und meinen teuern Freund Eugen ^

Sollst du herauf mir holen.

Such ihn nicht im Kollegium,

Such ihn beim Glas Tokayer;

Such ihn nicht in der Hedwigskirch',

Such ihn bei Mamsell Meyer.

Da breitet ans sein FlügelpaarUnd fliegt herab der Engel,

Und packt ihn auf, und bringt heraufDen Freund, den lieben Vengel.

Ja, Jung', ich bin der liebe Gott,

Und ich regier' die Erde!

Ich hab's 'ja immer dir gesagt,

Daß ich was Rechts noch werde.

Und Wunder thu' ich alle Tag',

Die sollen dich entzücken,

Und dir zum Spaße will ich heut'

Die Stadt Berlin beglücken.

Die Pflastersteine auf der Straß',

Die sollen jetzt sich spalten,

Und eine Auster, frisch und klar,

Soll jeder Stein enthalten.

Ein Regen von ZitronensaftSoll tauig sie begießen,

Und in den Straßengössen sollDer beste Rheinwein fließen.

Wie freuen die Berliner sich,

Sie gehen schon ans Fressen;

i Gemeint ist Heines volnischer Freund Graf Eugen von Vreza Darauserk lärt sich auch, warum unter den Kirchen Verliiis gerade die einzige katho-lische, die Hedwigskirchc, als diejenige genannt wird, in welcher man denu-wiß dem katholischen Bekenntnis angehörigen polnijchm Edelmann nichtfachen soll." (Hiiffer.)