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Buch der Lieder
Seite
58
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Lyrisches Intermezzo.

14.

Auf meiner Herzlisbsten ÄugeleinMach' ich die schönsten Kanzonen.Auf meiner Herzliebsten Mündlein kleinMach' ich die besten Terzinen.

Auf meiner Herzliebsten WängeleinMach' ich die herrlichsten Stanzen.Und wenn meine Liebste ein Herzchen hätt',Ich machte darauf ein hübsches Sonett.

IS.

Die Welt ist dumm, die Welt ist blind,Wird täglich abgeschmackter!

Sie spricht von dir, mein schönes Kind:Du hast keinen guten Charakter.

Die Welt ist dumm, die Welt ist blind,Und dich wird sie immer verkennen;Sie weiß nicht, wie süß deine Küsse sind,Und wie sie beseligend brennen.

16.

Liebste, sollst mir heute sagen:Bist du nicht ein Traumgebild,Wie's in schwülen SommertagenAus dem Hirn des Dichters quillt?

Aber nein, ein solches Mündchen,Solcher Augen Zauberlicht,

Solch ein liebes, süßes Kindchen,Das erschafft der Dichter nicht.

Basilisken und Vampire,Lindenwürm' und Ungeheu'r,Solche schlimme Fabeltiere,Die erschafft des Dichters Feu'r.