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Buch der Lieder
Seite
57
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Lyrisches Intermezzi g?

Im Dom, " da steht ein BildnisAuf goldenem Leder gemalt;

In meines Lebens WildnisHat's freundlich hineingestrahlt.

Es schweben Blumen und EngleinUm Unsre liebe Frau;

Die Augen, die Lippen, die Wänglein,

Die gleichen der Liebsten genau.

IS.

Du liebst mich nicht, du liebst mich nicht,Das kümmert mich gar wenig;

Schau' ich dir nur ins Angesicht,

So bin ich froh wie'n König.

Du hassest, hassest mich sogar,

So spricht dein rotes Mündchen;

Reich mir es nur zum Küssen dar,

So tröst' ich mich, mein Kindchen.

13.

O schwöre nicht und küsse nur,Ich glaube keinem Weiberschwur!

Dein Wort ist süß, doch süßer istDer Kuß, den ich dir abgeküßt!Den Hab' ich, und dran glaub' ich auch,Das Wort ist eitel Dunst und Hauch.

O schwöre, Liebchen, immerfort,Ich glaube dir aufs bloße Wort!Al? deinen Busen sink' ich hin,Und glaube, daß ich selig bin;Ich glaube, Liebchen, ewiglichUnd'noch viel länger liebst du mich.

<5