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Junge Leiden,
Fresko-Sonette an Christian S.'
I.
Ich tanz' nicht mit, ich räuchre nicht den Klötzen,Die außen goldig sind, inwendig Sand;
Ich schlag' nicht ein, reicht mir ein Bub' die Hand,Der heinilich mir den Namen will zerfetzen.
Ich beug' mich nicht vor jenen hübschen Wetzen,Die schamlos prunken mit der eignen Schand';
Ich zieh' nicht mit, wenn sich der Pöbel spanntVor Siegeswagen seiner eiteln Götzen,
Ich weiß es wohl, die Eiche muß erliegen,
Derweil das Rohr am Bach durch schwankes BiegenIn Wind und Wetter stehn bleibt, nach wie vor.
Doch sprich, wie weit bringt's wohl am End' solch Rohr?Welch Glück! als ein Spazierstock dient's dem Stutzer,Als Kleiderklopfer dient's dem Stiefelputzer.
II
Gib her die Larv', ich will mich jetzt maskierenIn einen Lumpenkerl, damit Halunken,
Die prächtig in Charaktermasksn prunken,
Nicht wähnen, ich sei einer von den Ihren.
Gib her gemeine Worte und Manieren,
Ich zeige mich in Pöbelart versunken,
Verleugne all die schönen Geistesfunken,
Womit jetzt fade Schlingel kokettieren.
So tanz' ich auf dem großen Maskenballe,Umschwärmt von deutschen Rittern, Mönchen, Kön'gen,Von Harlekin gegrüßt, erkannt von wen'gen.
Mit ihrem Holzschwert prügeln sie mich alle.
Das ist der Spaß. Denn wollt' ich mich entmummen.So müßte all das Galgenpack verstummen.
i Christian Sethe, mit Heine viele Jahre lang eng befreunder, starbals Provinzialsteuerdirektor 1857 in Stettin.