L8 Junge Leiden.
Viel Jahrhunderte verwehen,
Viel Geschlechter deckt das Grab;Traurig von des Berges HöhenSchaut das öde Schloß herab.
Aber nachts, im Thalesgrunde,Wandelt's heimlich, wunderbar;Wenn da kommt die zwölfte Stunde,Kämpfet dort das Briiderpaar.
4.
Der arme Peter.
I.
Der Haus und die Grete tanzen herum,Und jauchzen vor lauter Freude.
Der Peter steht so still und stumm,
Und ist so blaß wie Kreide.
Der Haus und die Grete sind Bräut'gam und Braut,Und blitzen im Hochzeitgeschmeide.
Der arme Peter die Nägel kautUnd steht im Werkeltagskleide.
Der Peter spricht leise vor sich her,
Und schaut betrübt auf beide:
„Äch! wenn ich nicht gar zu vernünftig war',
Ich UM' mir was zuleide".
II.
„In meiner Brust, da sitzt ein Weh,Das will die Brust zersprengen;
Und wo ich steh' und wo ich geh'.
Will's mich von hinnen drängen.
„Es treibt mich nach der Liebsten Näh',Als köunt's die Grete heilen;
Doch wenn ich der ins Auge seh',
Muß ich von hinnen eilen.