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Buch der Lieder
Seite
23
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Lieder. LZ

3.' '

Schöne Wiege meiner Leiden,

Schönes Grabmal meiner Ruh',

Schöne Stadt, wir müssen scheiden,

Lebe wohl! ruf' ich dir zu.

Lebe wohl, du heil'ge Schwelle,

Wo da wandelt Liebchen traut;

Lebe wohl, du heil'ge Stelle,

Wo ich sie zuerst geschaut.

Hätt' ich dich doch nie gesehen,

Schöne Herzenskönigin!

Nimmer war' es dann geschehen,

Daß ich jetzt so elend bin.

Nie wollt' ich dein Herze rühren,

Liebe Hab' ich nie erfleht;

Nur ein stilles Leben führenWollt' ich, wo dein Odem weht.

Doch du drängst mich selbst von hinnen,

Bittre Worte spricht dein Mund;

Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,

Und mein Herz ist krank und wund.

Und die Glieder matt und trageSchlepp' ich fort am Wanderstab,

Bis mein müdes Haupt ich legeFerne in ein kühles Grab.

6.

Warte, warte, wilder Schisfsmann,

Gleich folg' ich zum Hafen dir;

Von zwei Jungfraun nehm' ich Abschied,Von Europa und von ihr.

Blutquell, rinn aus meinen Augen,

Blutquell, brich aus meinem Leib,

> Heine kehrte nach der Liquidation seines Geschäftes im Sommer ISISvon Hamburg nach Düsseldorf zurück, um sich siir die Unin-rsitatsstudi-nvorzubereiten.