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Buch der Lieder
Seite
24
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Junge Leiden.

Daß ich mit dein heißen BluteMeine Schmerzen niederschreib'.

Ei, mein Lieb, warum just heuteSchauderst du, mein Blut zn sehn?Sahst mich bleich und herzeblutendLange Jahre vor dir stehn!

Kennst du noch das alte LiedchenVon der Schlang' im Paradies,Die durch schlimme ApfelgabeUnfern Ahn ins Elend stieß?

Alles Unheil brachten Äpfel!Eva bracht' damit den Tod,

Eris brachte Trojas Flammen,Du brachtst beides. Flamm' und Tod.

Berg' und Burgen schaun herunterIn den spiegelhellen Rhein,

Und mein Schiffchen segelt munter,Rings umglänzt von Sonnenschein.

Ruhig seh' ich zu dem SpieleGoldner Wellen, kraus bewegt',

Still erwachen die Gefühle,

Die ich tief im Busen hegt'.

Freundlich grüßend und verheißendLockt hinab des Stromes Pracht;Doch ich kenn' ihn, oben gleißend.Birgt sein Innres Tod und Nacht.

Oben Lust, im Busen Tücken,Strom, du bist der Liebsten Bild!Die kann auch so freundlich nicken,Lächelt auch so fromm und mild.