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Buch der Lieder
Seite
8
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3 Junge Leiden.

Da sprach sie schnell: Sei still, ich hall'Geschaufelt dir ein kühles Grab.

Und als so sprach die schöne Maid,Da öffnet sich die Grube weit;

Und als ich in die Grube schaut',Ein kalter Schauer mich durchgraut;Und in die dunkle GrabesnachtStürzt' ich hinein und bin erwacht.

3.'

Im nächt'gen Traum Hab' ich mich selbst geschaut.In schwarzem Galafrack und seidner Weste,Manschetten an der Hand, als ging's zum Feste,Und vor mir stand mein Liebchen, süß und traut.

Ich beugte mich und sagte:Sind Sie Braut?Ei! Ei! so gratulier' ich, meine Beste!"

Doch fast die Kehle mir zusammenpreßteDer langgezogne, vornehm kalte Laut.

Und bittre Thränen plötzlich sich ergossenAus Liebchens Augen, und in ThränenwogenIst mir das holde Bildnis fast zerflossen.

O süße Augen, fromme Liebsssterne,

Obschon ihr mir im Wachen oft gelogen.

Und auch im Traum, glaub' ich euch dennoch gerne!

4.

Im Traum sah ich ein Männchen klein und putzig.Das ging auf Stelzen, Schritte ellenwsit,

Trug weiße Wäsche und ein feines Kleid,

Inwendig aber war es grob und schmutzig.

Inwendig war es jämmerlich, nichtsnutzig.

Jedoch von außen voller Würdigkeit;

' Auf Heines Verhältnis zu Amalie Heine bezüglich, die seit dem IS. Augustl8S1 vermählt war.