Traumbilder.
Inmitten in dem grünen Raum,
Da stand ein großer Eichenbaum;
Und sieh! mein Mägdlein wundersamHaut mit dem Beil den Eichenstamm.
Und Schlag aus Schlag, und sonder Weil'Summt sie ein Lied und schwingt das Beil:„Eisen blink, Eisen blank,
Zimmre hurtig Eichenschrank!"
Ich ging und nahete mich ihr.Und flüsterte: O sage mir,
Du wundersüßes Mägdelein,
Wem zimmerst du den Eichenschrein?
Da sprach sie schnell: Die Zeit ist karg,Ich zimmre deinen Totensarg!
Und als sie dies gesprochen kaum.
Zerfloß das ganze Bild, wie Schaum. —
Es lag so bleich, es lag so weitRingsum nur kahle, kahle Heid';
Ich wußte nicht, wie mir geschah,Und heimlich schaudernd stand ich da.
Und nun ich eben sürder schweif'.
Gewahr' ich einen weißen Streif;
Ich eilt' drauf zu, und eilt' und stand.Und sieh! die schöne Maid ich fand.
Auf weiter Heid' stand weiße Maid,
Grub tief die Erd' mit Grabescheit.
Kaum wagt' ich noch sie anzuschaun,Sie war so schön und doch ein Grau 'n.
Die schöne Maid, die sputet sich,Sie summt ein Lied gar wunderlich:„Spaten, Spaten, scharf und breit,
Schaufle Grube tief und weit!"
Ich ging und nahete mich ihr,Und flüsterte: O sage mir.Du wunderschöne, süße Maid,
Was diese Grube hier bedeui't?