k Junge Leiden.
Es zwitscherten die VögeleinViel muntre Liebesmelodei'n;Die Sonne rot, von Gold umstrahlt,Die Blumen lustig bunt bemalt.
Viel Balsamduft aus Kräutern rinnt.Die Lüfte wehen lieb und lind;Und alles schimmert, alles lacht,Und zeigt mir freundlich seine Pracht.
Inmitten in dem BlumenlandEin klarer Marmorbrunnen stand;Da schaut' ich eine schöne Maid,Die emsig wusch ein weißes Kleid.
Die Wänglein süß, die Äuglein mild,Ein blondgelocktes Heil'genbild;
Und wie ich schau', die Maid ich fandSo fremd und doch so wohlbekannt.
Die schöne Maid, die sputet sich,Sie summt ein Lied gar wunderlich:„Rinne, rinne Wässerlein,
Wasche mir das Linnen rein!"
Ich ging und nahete mich ihr,Und flüsterte: O sage mir,Du wunderschöne, süße Maid,
Für wen ist dieses weiße Kleid?
Da sprach sie schnell: Sei bald bereit,Ich wasche dir dein Totenkleid!
Und als sie dies gesprochen kaum.Zerfloß das ganze Bild, wie Schaum. —
Und fortgezaubert stand ich baldIn einem düstern, wilden Wald.Die Bäume ragten himmelan;
Ich stand erstaunt und sann und sann.
Und horch! welch dumpfer Widerhall!Wie ferner Äxtenschläge Schall;
Ich eil' durch Busch und Wildnis fort.Und komm' an einen freien Ort.