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Reden und Trinksprüche Seiner regierenden Majestät Friedrich Wilhelm IV. Königs von Preussen
Entstehung
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erhafterc Ehre, die für gute und schlimme Zeit ihre Krone inschweigender Brnst birgt.

Uneigcntlich wird diese Macht, die die ewig junge Schöp-fung der Gerechtigkeit in den Völkern befestiget, eine Knustgenannt: sie ist mehr als daS und steht höher als diese. Sieist die Gabe und das Geschenk Gotteö, eine Gnade von Gott,ein irdisches Theilnehmen an der überirdischen Majestät undHerrlichkeit. Eine Kunst ist sie nicht.

Darum mag sie auch nicht erlernt werden, und wie könntesie's auch? Wer zu Menschen reden will, der muß Menschenkennen, wer Menschen kennen will, der muß sich ans ihre Be-dürfnisse und ihre Erwartungen verstehen, wer diesen genügenwill, der muß um das Bedürsniß eines jeden Einzelnen wissen.Von diesem lässt sich vieles muthmaßen, manches errathen, abermit Sicherheit sehr wenig angeben. Ans der Höhe des Thro-nes mag man sicherer in's Weite schauen als denen in der Tiefevergönnt ist: was man aber ans dieser Höhe nicht sieht, wasman nur wie durch Nebel, wie durch ein angelaufenes Glaösieht, das ist der Mensch. Es ist der gelingende Griffdeö Genie'S, der Lichtblick des Gottbegabten, in den verhülltenWidersprüchen der gesellschaftlichen Natur redend jenes Ele-ment zu berühren, das Allen gemeinsam ist, jenes Ohr zu tref-fen, daS in Einem für alle klebrige und in Tausenden fürdiesen Einen hört, kurz jene Saite beben zu machen, die vondem Heiligthum der Menschheit, dem Heiligthum des Volksund dem Heiligthum auch seines letzten Mitgliedes gleichzeitigtönet. Wem, dies zu treffen verliehen wurde, den salbte Gottmit dem Charisma der natürlichen Beredsamkeit, die sofernauch die wahre Beredsamkeit des Geistes, die königliche ist.

So gewöhnlich daher die künstlerische Beredsamkeit ist,so selten und so auszeichnend ist die natürliche. Jene kannvon Vielen studirt werden, diese gar nicht; jene wurde vonVielen geübt, diese war nur den erhabensten, den berufensten undgeliebtesten Volksvätern verliehen. Sie ist zumal außerhalbdes christlichen Weltlebenö nicht möglich. Die nichtchristlichen