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sowohl von dem gläubigen Geschlcchte verstanden wer-den, als es vormals auf die Juden bezogen wurde.Das lassen wir hier fallen. Aber die Erbsünde ist einGebrechen, daS allen Menschen angeboren ist; sie bestehtdarin, daß wir von der göttlichen Art abgefallen undverwildert worden sind, und uns zu der viehischen Art hin-neigen. Die göttliche Art ist nicht eigennützig, sondernsie gibt sich allen Geschöpfen zu genießen; die irdischeoder viehische Art ist selbstsüchtig und thut alle Dingenur um ihrer selbst willen. Job. III. 3l: „Wer von„der Erde ist, der ist irdisch, und redet von der Erde."Da nun Adam um seinetwillen, das ist, um deßwillcn,weil er Gott gleich sein wollte, Gottes Gebote übersah,da wandte er sich ans Selbstsucht zu der viehischen Artund schwächte die Art und Natur Gottes in sich selbst.Das Vieh thut nämlich nach der Art und Weise, wieein ungläubiger Mensch, alle Dinge um seiner selbstwillen; denn wenn sie schon beidwcde ihre Jungen be-schirmen und sie ernähren, tkun sie dieses nur darum,weil sie die Ihrigen sind; sobald sie die Ihrigen nichtmehr haben, so ziehen sie Andern ihre Jungen nicht.Diese Art, wie fehlerhaft sie auch sei, ist aber demMenschen nicht zur Sünde, Schande oder Misscthat an-zurechnen, so lange er nicht weiß, was Recht oder Un-recht ist. Also folgt, daß die Erbsünde ein Gebrechenist, das aber dem, der es an sich hat, nicht sündlich ist;es mag ihn auch nicht verdammen, mögen die Theolo-gen davon sagen, was sie wollen, bis er in Folge die-ses Gebrechens wider das Gesetz handelt; er handeltaber erst dann gegen das Gesetz, wenn er es erkennt.