Von der Taufe.
Ich flehe, geliebte Brüder in Gott, zum Allererstenzu Gott, unserem himmlischen Vater, durch Jesnm Chri-stum, seinen cingebornen Sohne, unseren Herren, daß erwich Nichts wolle schreiben noch reden lassen, das widerseinen Willen und wider die Wahrheit sei. Und wie ichjetzt von der Taufe zu schreiben unternehme, bitte ich auchalle Gläubigen, sie wollen dasselbe in christlicher Freund-lichkeit und Liebe lesen und erwägen, und sich nicht durchZänkerei und durch Sclbstgerechtigkeit verhärten lassen,daß sie dasjenige, was sie klärlich einsehen werden,nicht bleiben lassen, sondern durch Streitigkeiten es ver-derben. Die Wahrheit wird nicht durch Streitigkeitenerlernt, sondern diese wirken wie ein Waldwasser odereine Bergrüfc'); diese reißt gählings Alles dahin, wassie erlangt, und mehret damit ihre Kraft. Es werdenAnfangs nur kleine Steinchcn bewegt, dieselben bewegensodann durch häufiges Anprallen die größern, bis daßdie Rufe so groß und mächtig wird, daß sie Alles, wasihr entgegen steht, aufräumet und mit hinreißet, und hin-ter sich nur unnütze Traner und Klage läßt über diezerstörten Jucharten und Matten. Gleicherweise wirkt
') Ein beim Regenwetter angeschwollener, mit Gestein undsonstigem Geschiebe geschwängerter Wald- oder Bergbach.
Anm. des Herausgebers.