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5 (1843) Die Taufe
Entstehung
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Ehe wir nun weiter gehen, wollen wir in Kurzemvon der Erbsünde reden. Hier werden wir aber Vielesvon den Päpstlern zu erleiden haben: jetzt werde ichein Ketzer sein, dann die Schrift nicht verstehen, dannsie verdrehen. Die Erbsünde ist nichts anders, als einGebrechen, das von Adam herstammt. Damit man aberersehe, was wir unter dem Worte Gebrechen verstehen,so merket Folgendes: Wir verstehen unter dem WorteGebrechen einen Mangel, den Einer ohne seine Schuldvon Geburt her oder sonst durch Zufall an sich hat.Ein Laster oder eine Sünde ist ein Frevel, den Jemandmnthwillig begeht aus eigener Vermessenkeit oder An-trieb. Beispiel: Daß wir gegessen und getrunken ha-ben müssen, ist ein natürliches Gebrechen, um dessenr-willen Niemand zu schelten ist; aber- und trunksüch-tig zu sein, ist ein Laster und eine Sünde. Es enspruigraber das Laster aus dem natürlichen Gebrechen, indemwir nicht das rechte Maß halten, sondern es mnthwil-lig überschreiten. Demnach ist die Erbsünde eine Ab-weichung, Schwächung oder Verschlimmerung der ur-sprünglichen menschlichen Natur; gleich wie wenn durchein Ungewitter oder durch die Schlössen alle Weinrebenso verdorben werden, daß sie die vorige Art nicht mehrhaben; oder wie eine Pflanze, die ans Neapel nachDeutschland verpflanzt wird, niemals zu ihrer ersten Artgelangt, Die Erbsünde ist nicht eine verdammliche Sünde,sofern der Mensch von gläubigen Aeltern geboren wird.Denn was wir hier von der Erbsünde reden, das be-zieht sich Alles auf die Kinder der Gläubigen; indemich dafür halte, was Paulus Rom. XI. 16 sagt, solle