III
er nicht; denn, daß demnach Jeder treulich im HerzenGott ergeben sei, das vermochte Gott allein zn bewir-ken. So wurde dem Abraham und seinen Nachkommenallein die Bundespflicht, daß sie durch ihre Lehre ihreKinder und Nachkommen zu keinem anderen Gotte fuh-ren wollen; daß aber demnach Jeder Gott von Her-zen ergeben sei, das betraf einen Jeden besonders, undcs konnte Keiner von dem Andern wissen, ob er Gottalso im Herzen erkenne, wie er ihn mit dem Mundebekenne. Und darum so ist der Sinn der Worte Pauli,Nvni. IV. II , daß Abraham das Zeichen der Beschnei-dung zu einem Siegel des Glaubens empfangen habe,nicht daß er da ein Siegel habe, das seinen inwendi-gen Glanben in ihm bewahre und versiegle, denn derGlaube läßt sich durch kein äußerliches Zeichen versie-geln oder befestigen: sondern ein solches Pflichtzeichen,daß er seine Kinder und Nächsten alle wolle zu demGotte führen und halten, wie denn Deut. XXXI. 1i>— 12 wohl bemerkt wird. Daß aber dieses der Sinnund die Meinung des Bundes sei, beweist die Beschnei-dnng der Kinder. Diese heißt Gott am achten Tagebeschneiden, wo sie eben so wenig von dem GlanbenAbrahams wußten, als unsere jungen Kinder; doch muß-ten sie gleich das Pflichtzeichen tragen und wurden erstdarnach zu seiner Zeit gelehrt. Wenn daher die Taufe-leugncr gleich sprechen: Die Beschneidung ist ein Zeichendes vorangegangenen Glaubens, also auch die Taufe:so folgt darum nicht, daß man nicht den Kindern dieTaufe crtheilen solle, sondern daß man gerade sie ihnenertheilen solle; denn die Beschneidung geschah auch an