Memoiren des Herrn von Schnabelewopski. 77
„Da sie ihn aber trieb mit ihren Worten alle Tage, und zer-plagte ihn, ward seine Seele matt bis an den Tod,
" „Und sagte ihr sein ganzes Herz, nnd sprach zn ihr: Es ist niekein Schermesser ans mein Haupt kommen; denn ich bin ein Ver-lobter Gottes von Mutterleib an. Wenn du mich beschörcst, so wichmeine Kraft von mir, daß ich schwach würde und wie alle andereMenschen,"
Welch eine Dummheit! seufzte der Kleine, Bau Moculen fuhr fort:„Da nun Delila sähe, daß er ihr alle sein Herz offenbaret hatte,sandte sie hin, und ließ der Philister Fürsten rufen, nnd sagen:Kommet noch einmal herauf; denn er hat mir alle sein Herz offen-baret, Da kamen der Philister Fürsten zu ihr herauf, und brachtendas Geld mit sich in ihrer Hand,
„Und sie ließ ihn entschlafen ans ihrem Schoß, nnd rief einem,der ihm die sieben Locken seines Hauptes abschöre. Und sie fing anihn zu zwingen. Da war seine Kraft von ihm gewichen,
„Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da ernun von seinem Schlaf erwachte, gedachte er: Ich will ausgehen, wieich mehrmals gethan habe, ich will mich ausreißen, und wußte nicht,daß der Herr von ihm gewichen war,
„Aber die Philister griffen ihn, und stachen ihm die Augen ans,und führten ihn hinab gen Gaza, nnd banden ihn mit zwo ehernenKetten, und er mußte mahlen in: Gefängnis,"
O Gott! Gott! wimmerte und weinte beständig der Kranke, Seistill, sagte Van Moeulen, und las weiter:
„Aber das Haar seines Hauptes fing wieder an zu wachsen, Ivoes bescheren war,
„Da aber der Philister Fürsten sich versammelten, ihrem GottDagon ein groß' Opfer zn thnn nnd sich zu freuen, sprachen sie:Unser Gott hat uns unseren Feind Simson in unsere Hände gegeben,„Desselbigcngleichen, als ihn das Volk sähe, lobeten sie ihrenGott; denn sie sprachen: Unser Gott hat uns unseren Feind in unsereHände gegeben, der unser Land verderbctc, und unser viele erschlug,„Da nun ihr Herz guter Dinge war, sprachen sie: Lasset Simsonholen, daß er vor uns spiele. Da holeten sie Simson aus dem Ge-fängnis, nnd er spielete vor ihnen, nnd sie stelleten ihn zwischenzwo Säulen,
„Simson aber sprach zu dem Knaben, der ihn bei der Handle itet e: „Laß mich, daß ich die Säulen taste, auf welchen das Hausstehet, daß ich mich daran lehne,
„Das HauS aber war voll Männer und Weiber, Es warenauch der Philister Fürsten alle da, nnd ans dem Dach bei dreitausend,Mann nnd Weib, die da zusahen, wie Simson spielete,
„Simson aber rief den Herrn an, nnd sprach: Herr, Herr, ge-