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Novellistische Fragmente,
man diesen Namen richtig aussprechen will. Unsere Magd hießSwnrtszska, welches im Deutschen etwas rauh, im Polnischen aberäußerst melodisch klingt. Es war eine dicke, untersehte Person mitweißen Haaren und blonden Zähnen. Außerdem liefen noch zweischöne schwarze Augen im Hause herum, welche man Seraphinenannte. Es war mein schönes herzliebeS Miihmelein, und wir spieltenzusammen im Garten, und belauschten die Haushaltung der Ameisen,und haschten Schmetterlinge, und pflanzten Blumen, Sie lachte einstwie toll, als ich meine kleinen Strnmpfchen in die Erde pflanzte, inder Meinung, daß ein paar große Hosen für meinen Vater daraushervorwachsen würden.
Mein Vater war die gütigste Seele von der Welt und war langeZeit ein wunderschöner Mann; der Kopf gepudert, hinten ein niedlichgeflochtenes Zöpfchen, das nicht herabhing, sondern mit einem Kämm-chen voll Schildkröte ans dem Scheitel befestigt war. Seine Händewaren blendend weiß, und ich küßte sie oft. Es ist mir, als röcheich noch ihren süßen Duft nnd er dränge mir stechend ins Auge, Ichhabe meinen Vater sehr geliebt; denn ich habe nie daran gedacht, daßer sterben könne.
Mein Großvater väterlicher Seite war der alte Herr von Schnabe-lewopski; ich weiß gar nichts von ihm, außer daß er ein Mensch unddaß mein Vater sein Sohn war. Mein Großvater mütterlicher Seitewar der alte Herr von Wlrssrnski sman muß gleichfalls niesen, wennman seinen Namen richtig aussprechen will), und er ist abgemalt ineinem scharlachroten Samtrock und einem langen Degen, nnd meineMutter erzählte mir oft, daß er einen Freund hatte, der einen grün-seidenen Rock, rosaseidcnc Hosen nnd weißseidene Strümpfe trug, undwütend den kleinen Chapcau bas hin und her schwenkte, wenn er vomKönig von Preußen sprach.
Meine Mutter, Frau von Schnabelewopska, gab mir, als ichheranwuchs, eine gute Erziehung, Sie hatte viel gelesen; als siemit mir schwanger ging, las sie fast ausschließlich den Plutarch, nndhat sich vielleicht an einem von dessen großen Männern versehen,wahrscheinlich an einem von den Gracchen. Daher meine mystischeSehnsucht, das agrarische Gesetz in moderner Form zu verwirklichen.Mein Freiheits- nnd Gleichheitssinn ist vielleicht solcher mütterlicherVorlektüre beizumessen. Hätte meine Mutter damals das Leben desCartonche gelesen, so wäre ich vielleicht ein großer Bankier geworden.Wie oft als Knabe versäumte ich die Schule, um ans den schönenWiesen von SchnabelcwvpS einsam darüber nachzudenken, wie mandie ganze Menschheit beglücken könnte. Man hat mich deshalb ofteinen Müßiggänger gescholten nnd als solchen bestraft; nnd für meineWeltbeglückungSgcdanken mußte ich schon damals viel Leid nnd Noterdulden. Die Gegend um Schnabclewops ist übrigens sehr schön,