4S8
Gurtbögcn vergoldet wurden, während der Grund und dieWände weiß gehalten sind. Im vordem und größten Theildes Saales, dessen gewölbte Decke von zwei Säulen umterstützt wird, geschieht die Erwärmung durch Wärmeröh-ren, die vermittelst eines tischähnlichcn gußeisernen Beckensdie Wärme ausströmen lassen. Die drei Räume sind durchBüchcrspinden und Glaswände auseinander getrennt, unddie beiden kleiner» werden auf gewöhnliche Weise geheitzt.Alte und neue Glasmalereien, die innerhalb der Fensterangebracht sind, geben dem Ganzen vollends den Charak-ter des Mittelalters, und das durchscheinende Sonnenlichtbringt eine magische Beleuchtung hervor. — Außer dem,was wir schon allmählig über den Bau des Schlosses undüber die Vertheilung der inncrn Räume gesagt, wollen wienur noch Folgendes bemerken. An den Zimmern des Kron-prinzen und der Kronprinzessin im ersten Stockwerke nachdem Schloßplatze zu, schließen sich die Zimmer der hoch-seligen Königin Mutter, 16 an der Zahl; an diese die so-genannten neuen Kammern, ferner die bis jetzt vom Prin-zen Wilhelm, Sohn des Königs bewohnten Gemächer nachder Schloßfreiheit; dann die Zimmer des verstorbenen Kö-nigs Friedrich Wilhelms II. nach dem Lustgarten zu; vondiesen Zimmern machen wir aufmerksam auf den Pfeiler-saal mit 16 Säulen von gi^ilv znnco (Stuck) mit Re-liefs aus Alexanders des Großen Leben vom BildhauerSchadow, und worin eine kolossale Marmorgruppc: Achillund Pcnthesilea von dem in Rom verstorbenen BildhauerRudolph Schadow, und eine Hebe von Canova befindlichsind. Im zweiten Stockwerk befinden sich nach dem Schloß-platz zu die Zimmer des Prinzen Wilhelm, Bruder des Kö-nigs und seiner Gemahlin. Wir haben schon gesagt, daßder König seinen einfachen Pallast im Zeughause bewohnt;nur bei großen Hosscierlichkeiten, als Vermählungen u. s. w.oder das Krönungs- und Ordensfest, am 18. Januar,werden die Prachtsäle, der Rittersaal, die Hofkapclle, dieBildergallerie, der weisse Saal u. s. w. dazu benutzt.