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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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stalt. Sie besteht durch milde Beiträge, und den Erwerbder Kinder, vermittelst den von ihnen verfertigten männlt-chen und weiblichen Handarbeiten ^). Für die Kinder bür-gerlichen Standes bildete dagegen der verstorbene ArchitektEatcl 2), unter Mitwirkung einiger anderer achtbarer Man-ner, eine Erziehungs - und Industrie-Anstalt für clternlofeoder fönst hülflofe Knaben. Die verewigte Königin Luisegenehmigte den Vorschlag, das Stift nach ihren NamenLuisensiift zu nennen, übernahm den Schutz der Anstaltso wie die Unterhaltung von vier Kindern. An ihrer Stellehat jetzt der König den obersten Schutz übernommen. DieAnstalt, worin über 60 Zöglinge zu Handwerkern vorberei-tet werden, erhalt sich nur durch Beiträge edler Menschen-freunde und den Ertrag einiger von den Kindern verfertig-ten männlichen Handarbeiten 2) in dem, dem Stifte einge«

1) f. die von einem Mitstifter der Anstalt, dem Herrn Louisvon Voß geschriebene Geschichte des Fricdrichssiiftes. Berlin, 1811.

2) Oer Architekt?. Catel, der Hieselbst am 19. Novbr. 1819 als Groß-berz. Weimarschen Professor, 43 Jahr alt, starb, zeichnete sich auchdadurch aus, daß er in Berlin gemeinschaftlich mit seinem damals nochhier sich aufhaltenden Bruder, dem berühmten Landschaftsmaler F.Catel, jetzt in Rom, eine musssvischc Stuckfabrik errichtete, deren Ar-beiten von dem reinen Geschmack der Unternehmer als bildende Künst-ler zeugen. Nicht allein hat L. Catel viel über die Baukunst geschrie-ben (s. Enslins Liftlrotlreon arclütectonle» S. 19), fondern er bauetiauch daS Welpersche Badehaus, an der neuen Friedrichsbrücke, an-geblich nach einem Tempel des Erechteus zu Athen, beschäftigte sichvielfach mit der innern Ausschmückung und Verzierung mehrerer Ge-bäude, und führte in der Möringschen Besitzung zu Pankow eingroßes Orangeriehaus im altdeutschen Style auf. Noch mehr würdeer geleistet haben, hätten nicht tiefe Seelenleiden feinen Tod beschleu-niget.

3) s. Theodor Heinsius, Geschichte des Luisenstifts. S. 2,12 u. f. w. Der Prof. Heinsius schloß sich zuerst dein Plan des L.Catel wohlwollend an und hat viel zur Ausführung beigetragen. DieKinder sind besonders mit der Strohflcchterei beschäftiget. Man ver-