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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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zur Linderung des immer wachsenden Elends geschah, warselbst eine Folge des Dranges der Zeit, welcher die häuslichenVerhältnisse so vieler Familien zerstört, und in wenigenTagen alles zerknickt hatte, was Preußens Regenten seitmehr als einem Jahrhundert mit Mühe und großer An-strengung gepflanzt und gepflegt. Auf allen Straßen, Pläz-zcn und Brücken sah man zerlumpte Kinder, brodlos ge-wordene Handwerker bettelnd umhcrschleichen. Ein men-schenfreundlicher Mann, der Baron H. E. v. Kottwitz er-bat sich von der französischen administrativen Behörde dieKaserne No. 5—7 in der Alepanderstraße, und unter demNamen von freiwill iger Arbcits-Anst alt, bildete ereinen Zufluchtsort für diejenigen, die wirklich Lust hattenzu arbeiten und nur durch das Unglück der Zeit gewerbloswaren, er gab ihnen Obdach und entweder Materialien die siespinnen oder sonst zur weiteren Bearbeitung vorbereiten, oderWcbestühle, worauf sie Leincwand, Tuch oder andere Zeuge,ein jeder nach seinem sonstigen Handwerke, verfertigen konn-ten. Die Arbeit wurde ihnen bezahlt; ihre Kinder beka-men Unterricht in der Anstalt, und damit Alles in gehöri-ger Ordnung betrieben würde, wohnte er selbst mitten un-ter den von ihm aufgcholfcnen Armen. Die Sache hatteden erwünschten Fortgang, und noch gegenwärtig bestehetdie Anstalt, wenn auch nach einer durch die jetzigen Um-stände herbeigeführten veränderten Einrichtung. — Unterden Kindern, die auf den Straßen umherirrten, waren thcilsSoldatenkindcr, deren Vater im Kriege waren, theils Kin-der von andern armen Eltern. Für die ersicren sorgte zumTheil eine nach dem Plane des Hauptmanns Karl von Ne-ander im I. 1807 gebildete Anstalt, welche im folgendenJahre die Bestätigung des Königs, seine jetzige Benen-nung vom Friedrichsstist, und zum Geschenk das ehemaligeMöllendorfsche Lazareth am Halleschen Thore erhielt. Esist zur Erziehung von Soldatenkindcrn beiderlei Geschlechtsbestimmt, und bereitet sie zu Handwerkern, Dienstmädchenu. s. vor. Jetzt»sind an 70 bis 80 Kinder in dieser An-