Zur Bequemlichkeit des Publikums standen noch im-mer numerirte Fiaeres den Tag über vor der Stcchbahn,bis gegen Ende der Regierung Friedrichs II. , wo sie ganzeingingen? so wie die im I. 1779 von einem Privatunter-nehmer eingeführten Sanften? die schon einmal unter Frie-drich I. statt gefunden hatten, aber keinen dauernden Bei-fall fanden. Dagegen vervielfältigten sich die Privatmieth-kutfchcn, welche auf Bestellung sowohl innerhalb als außer-halb der Stadt gebraucht werden konnten. Um die täglicheKommunikation auf dein damals sehr sandigen Wege vonBerlin nach Potsdam zu erleichtern, ward im I. 1754 dieerste Postkutsche oder Journalicre angelegt, welche täglichein- und späterhin zweimal von Berlin nach Potsdam undvon dort zurück fuhr; der Preis für die Ueberfahrt für einePerson von einem Ort zum andern, war auf die mäßigeSumme von 15 Sgr. festgesetzt, und daß diese bequemeGelegenheit gehörig benutzt wurde, ist leicht zu erachten,denn wer wünschte nicht Potsdams -Herrlichkeiten an kö-niglichen Schlössern und Gärten und der Stadt reizendeUmgebungen zu sehen. Von den übrigen Oettern in derNähe von Berlin wurden wohl Charlottenburg, Schönhau-sen und Friedrichsfelde, ihrer Lustschlösser und geschmack-vollen Gärten wegen, am häufigsten besucht, aber der Haupt-spazicrgang der Berliner außerhalb der Thore blieb dochimmer der Thiergarten, seit der Zeit an, wo er aufge-hört hatte, ein verschlossener Platz zu sein, in welchem dasWild für die .hofjagdcn eingehegt war. Wie weit er sichehedem erstreckte, wie er bei dem Anbau des Werders undder kölnischen Vorstadt, noch mehr bei dem Anbau derDorotheen- und Friedrichsstadt nach und nach von seinerehemaligen Ausdehnung verlor, haben wir schon oben gesehen.Der König Friedrich I. ließ im Anfange des vorigen Jahr-hunderts verschiedene Alleen im Thiergarten anlegen, aberdie größte Schönheit und die vortrefflichsten Anlagen ver-dankt derselbe dem Könige Friedrich Ii-, welcher bald nachdem Antritte seiner Regierung, wie wir es ebenfalls schon
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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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372
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