344
ebenfalls zur Versorgung der Armen mit Holz im 1.1775eine Gesellschaft ein, welche Geldbeiträge sammlcn oder amnehmen sollte, um Nothdürstige und besonders verschämteArmen mit Brennmaterialien zu unterstützen, und im I.1779 folgten die deutschen Bewohner der Hauptstadt die-sem löblichen Beispiele. Beide Gesellschaften erfrcuctcn sichin den I. 1782 und 1784 der königlichen Unterstützung,indem Friedrich II. ihnen nicht allein eine Summe zur so-gleich vorzunehmenden Verthcilung, sondern auch ein Ka-pital zur Bildung eines Fonds schenkte. — Die Judenhatten auch damals schon thcils öffentliche Armcnansialtenfür die ganze Gemeinde, ein Lazarcth in der Oranien-burgcrstraße No. 6—9, eine Frcischule, theils eine An-zahl freiwilliger wohlthätigcr Gesellschaften zur Pflege vonKranken, Unterstützung von Armen mit Brodt, Feuerung,Kleidungsstücken, Ausstattung armer Mädchen u. s. w.
Als sich an die Wohlthätigkeitsvercine, welche von dereinen oder andern Abthcilung der Einwohner gebildet wor-den sind, anschließend können wir füglich hier die Frei-maurerlogen nennen, da nächst ihrem sonstigen Zwecke,worüber den Nichtcingcweihten kein Urtheil gebührt und dieEingeweihten sich nicht aussprechen dürfen, Unterstützungihrer dürftigen Brüder und der Nothlcidenden überhaupteine karakterischc Eigenschaft dieser Verbindungen ist. —Es waren damals schon, wie jetzt, der großen Logen dreiin Berlin, welchen nicht allein die übrigen hiesigen kleinenoder Johannislogen, sondern alle andere im preußischenStaate untergeordnet sind.
Die ältere große Loge ist die zu den drei Welt-kugeln, gestiftet im I. 1740, mit vier von 1754 bis 1775nach und nach entstandenen Johannislogen, ehedem imBchrischen Hause in der Leipzigerstraße, jetzt in Neuköln,Splittgcrbergassc No. 3, mit einem anmuthigen Garten, ei-ner schönen Bibliothek, Kunst - und Naturaliensammlung.Die zweite Loge, nach dem Alter, ist die Loge Nopale-Dorkzur Freundschaft, im I. 1752 von einigen Freimaurern