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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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anzogen, belustigten sich untereinander in fröhlicher undeinträchtiger Unbefangenheit Menschen von verschiedenemreligiösen Glauben. Aber bei dem zugleich immer mehrzunehmenden Aufwände und der allgemeinen Neigung allerStande zur Nachahmung der französischen Tracht, wurdedie alte einfache Kleidung, in welcher der hochverdiente bcr-linische Bürgermeister Ticffcnbach sich und feine Gattin aufseinem Grabmale in der Marienkirche abbilden liest ch,höchstens noch von einigen ungewöhnlich strengen und alt-väterlichen bürgerlichen Familien beibehalten. Das Tragender Degen und der Perrücken war mit dem französischenKostüme, bis zu den Handwerksburschcn, ja selbst zu tcnSchulknaben gedrungen. Die Perrücken nahmen dabei vonJahr zu Jahr an Umfang und Länge zu, und die ans dieseTracht gelegte Steuer, welche einige Zeit einem FranzosenElie Papus de Lauverdagie verpachtet war, trug wenigdazu bei, wie es jedoch die Absicht war, den Luxus zu be-schränken, der sowohl in diesem als in manchen andernGegenständen in den Residenzen herrschte 2).

Fast unentbehrlich war schon in dieser Zeit als Be-lustigung das Schauspiel geworden, und man begnügte sichnicht mehr mit einzelnen theatralischen Vorstellungen beiHoffcten oder Schularten, das heißt Schauspielen die aufden hiesigen Gymnasien, mit ihren öffentlichen Feierlichkei-ten verbunden und von den Schülern aufgeführt wurden.Schon im Junius 1690 erhielt Sebastian di Scio die Er-laubnis in Berlin und überhaupt in den brandcnburgifchcn

Diese hölzerne Denktafel, welche der Johann Ticffenbach,Bürgermeister zu Berlin, Beigeordneter der Landschaft und Kammer-gcrichts - Advokat seiner Gattin Enphrosina Margaretha , geb. Rei-chardt, gest. 1669, in der Marienkirche aufgerichtet hat, enthält,außer einer langen in Wilkcn, 1822. S. 217 abgedruckten Inschrift,die Wappen beider Eheleute und zu beiden Seiten desselben ihre Bild-nisse in der Tracht ihrer Zeit, welche cbcnfallc auf No. 12 in deinoberwähnten Kalender voin I. 1822 nachgebildet sind.

2) Wilken, 1822. S. 216 u. ff.