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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Landern zu spielen, und nicht allein mit seiner zu ihrer Zeitberühmten Truppe, Komödien, Opern, Ballette und andereEpercitien aufzuführen, sondern auch seine Balsame undsonstigen Quacksalbereien öffentlich zu verkaufen. Diese Ge-scllschaft, welche ihre Vorstellungen auf einer im Rathhausevormals von Marioncttenspielcrn erbauten Bühne gab, be-friedigte indcß die höheren Stande nicht; und es erhieltdaher noch in demselben Monate Junius 1696 die Gesell-schaft der kurfürstlichen sächsischen Hofkomödianten, welcheMagister Johann Veltheim größtenthcils aus Leipziger Stu-denten errichtet hatte, durch den damaligen Statthalter vonVerlin, den Fürsten von Anhalt, die Erlaubniß zu einigenVorstellungen. Gleichwohl erlangte Sebastian di Scio biszum 1.1704 von Zeit zu Zeit, so oft er nach Berlin kam,die Erneuerung seines Privileg«; aber auch andere Gesell-schaften, außer der Vcltheimschcn, als die mecklenburgischenHofkomödiantcn im Winter 1702, und die Gesellschaft derSachsen-WeimarschenHofschauspicler unter Gabriel Müller,seit 1703 bis 1709, gaben Vorstellungen, thcils neben Se-bastian di Scio, thcils dann, wenn er in andern Städtenspielte. Uebcr die Stücke, welche von diesen verschiedene»Gesellschaften zu Verlin dargestellt wurden, wissen wir we-nig, daß sie aber, trotz des Beifalls womit sie aufgenom-men wurden, oft eben so sehr mit den guten Sitten alsmit dem guten Geschmacke in Widerspruch gestanden habenmögen, läßt sich vcrmuthcn, weil die Geistlichkeit, nament-lich der fromme und redliche Probst der Nikolaikirchc, Phi-lipp Jacob Spener in den stärksten Ausdrücken gegen dieseSchauspiele eiferten, und dem M. Veltheim zur Bedingunggemacht wurde, daß er ,,keine scandalcuse, sondern lauterhonette Komödien präsentire, so wie daß er der Armuthvon Einer Vorstellung die ganzen Einkünfte zuwende undrichtig einhändige. Am Hofe wurden Opern, Ballette undfranzösische Stücke aufgeführt, sogar eine französische Schau-spieler-Gesellschaft unter du Rocher im I. 1706 cngagirt,die im Opernthcater im Marstall für den Hof, und für