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und im I. 1705 auch dcn erforderlichen Raum flu- ihreZivilkollcgicn, Unter- und Obergcricht, bauen.
Die am 12. Julius 1700 gestiftete Socictät der Wis-senschaften bezog im I. 1710 die ihr angewiesenen neuenSäle im Marstalle unter dcn Linden, ward nunmehr invier Klassen getheilt, und am 18. Januar 1711 feierlicheingeweiht. Eine Kadetten-Anstalt befand sich in der Klo-sterstraße No. 36; eine zur Bildung der Söhne des mär-kischen Adels im Lagerhaufe im I. 1705 angelegte Ritter-und Fürsten-Akademie ging aber schon im 1.1712, Schul-den halber, wieder ein. Für die Jusiizpflege sorgte derKönig durch die im I. 1708 publicirte neue Ordnung desKammcrgerichts und Errichtung eines Kriminalkollcgiumsfür die Kurmark.
Die am Hofe Friedrichs I. herrschende Pracht und dieEinwirkung dieses Beispiels auf die übrigen Stände führtevon der einen Seite einen gewissen Aufwand herbei, des-sen Einfluß auf Handel und Gewerbe, und die Fortschrittemehrerer hier von dcn Refügirten angelegten Fabriken undManufakturen sichtbar wurde. Zugleich aber machte immermehr deutsche Art und Sitte der französischen Bildung Platz.Luxus, Vergnügungssucht, namentlich die Liebe zum Spielnahmen bedeutend zu. Die Pracht des Hofes, die Annehm-lichkeiten der Stadt und die vermehrte Lebhaftigkeit desVerkehrs veranlaßten einen solchen Andrang von Fremdennach Berlin, daß man am Ende der Regierung Friedrichs I.schon vierzehn Wirthshauscr zählte. Unter den Eigcnthü-mcrn derselben waren zwei Aerzte, Dr. Schmidt, ehemaligerBürgermeister von Berlin, und nach dessen Tode seine Mitt-lre, und der Hofmedicus Gerresheim; und von drei Wirths-häusern werden auch die Schilder genannt: dem Könige vonPreußen in der Brüderstraße, dem Könige von England inder Brcitenstraße und dem goldnen Löwen in der Königs-straße. Ganz vorzüglich mehrte sich seit dem I. 1705 dieZahl der Thee- und Kaffecschcnkcn, weil deren Anlegungvon dem Grafen von Wartenbcrg in allen großen Städten
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