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Die andern waren französische Flüchtlinge, welche sich an-fangs in der Schweiz, besonders im Kanton Bern nieder--gelassen hatten, denen aber damals der Platz zu enge ward,weshalb sie um Aufnahme in die brandenburgischen Länderansuchten. Zur nämlichen Zeit kamen Neformirten aus deman Frankreich gefallenen Fürstcnthume Orange, welche eben--falls der Religion wegen ihr Vaterland verlassen mußten.Im I. 1700 zählte man überhaupt im Brandenburgischcn13,200 Refügirte, wovon 5 bis 0000 sich in Berlin nie-dergelassen hatten. Für die Annen und Kranken der erstenfranzösischen Flüchtlinge wurde aus Kollekten ein Hausunter dem Namen von muison Irsupaise (FricdrichsstraßeNo. 61); für die ausgewanderten Schweizer eine Anstaltim nämlichen Gebäude, unter der Benennung von msisonclL rekuge; endlich, mit Hülfe der ansehnlichen durch Kö-nig Wilhelm von England veranlaßten Geldfammlungcn1-l rrmisoir cl'Orünge (Dvrothecnstraße No. 23), welchedaher unter der Oberaufsicht des jedesmaligen Großbritan-nisch cn Gesandten am hiesigen Hofe steht, gestiftet, und fürdie Schweizerkolonie zugleich eine besondere Kapelle, dieKirche in der neuen Kommandantcnstraße im I. 1700 ein-gerichtet i). Ein Gymnasium für die französische Kolonie wardbereits im I. 1689 in einem Privathaufe der Stralauer-siraße gegründet, aber im I. 1701 kaufte die französischeGemeine das Haus des Generals von Wangenhcim, Nie-derlagcwallstraße No. 1 und 2, und ließ auf dem Platzedesselben das Schulhaus, ein Lokal für das Konsistorium
1) Vielleicht weil diese Kirche, jetzt die Luisenstädtische ge-nannt, für die neuen Ankömmlinge in den Z. 1638 und 1639, näm-lich Schweizer und Wallonen bestimmt war, hat sie den Namen vonWallonenkirche erhalten, der noch im gemeinen Leben sehr üb-lich ist, und woraus man dann Melonenkirche gemacht hat, wennletztere Benennung nicht daher kommt, daß in der Gegend dieserKirche gute Obst- und Melonengärten lagen, die besonders franzö-sischen Flüchtlingen gehörten.