Macht auf einem Löwen; ein Jüngling mit einem Flam-mcnfchwcrte vertreibt die Wollust, die Verleumdung, denNeid und die Verstellung. Das zweite Relief ist die Krö-nung des Königs. Minerva steht ihm zur Rechten; aufder einen Seite ist der Genius Preußens, der feine Fackelam Sprcesiromc schwingt, bei welchem die Gesundheit ruht.Den, Throne nahen sich die Tugenden und die Künste. Anden Gesimsen dieses Saales bemerkt man wiederum dievier Erdtheilc; über den Fenstern aber sind allegorische Fi-guren und.Kindcrgruppcn, und an der Decke schöne geflü-gelte Genien angebracht.
Der Bau des Portals an der Seite des Schloßplatzes,und des demselben entsprechenden am Lustgarten wurde zurnämlichen Zeit angefangen. Auch entwarf Schlüter denPlan zu einer neuen Verzierung des Doms, dessen Vorder-seite eine Kuppel und zwei Thürmc haben sollte; Säulen-gange sollten sodann diese Kirche mit dem königlicher! Schlosseverbinden, und die übrigen Theile des Dom- oder Schloß-platzes sollten mit prächtigen Gebäuden gleichförmig ver-ziert werden. Aber alle diese schönen Pläne wurden verei-telt, als Schlüter es über sich nahm, die an der Ecke desSchlosses unweit der Schloßbrücke gelegene Wasserkunst,(die seitdem die Münze im 17ten Jahrhundert dahin verlegtworden, unter dem Namen von Münzthurm bekannt war),zu erhöhen, weil der König die Absicht hatte, ein Glocken-spiel darin anzubringen. Die Fundamente waren zu schwach,der Thurm bekam Risse, mußte schnell abgetragen werden,und es wurde im I. 1706 dem Künstler seine Stelle alsSchloßbaunicister genommen, und solche seinem Nebenbuh-ler Eosander, Freiherr» von Göthc erthcilt, der selbst demKönige die ganze Idee des Thurmbaues aus hämischenAbsichten gegen seinen Todfeind eingegeben haben soll. Eo-sander, um seinen Bau von dem seines Vorgängers zu un-terscheiden, ordnete und verzierte nicht allein ganz andersdie von Schlüter angefangene und von ihm fortgesetzte Lust-gartenseite, sondern ließ sie auch noch merklich hervortreten,