in dieser Ehrenwache gedient hatten. Der Kurfürst bildeteaus diesen französischen Flüchtlingen adelichen Standes zweiKompagnien von mousguemiros ä clievsl oder grancwniousc/uemires, jede 69 Mann stark, wovon die eine ihreigentliches Standquartier in Prcnzlau, die andere in Für-stenwalde bekam; jedoch bei allen feierlichen Gelegenheitenrückten sie in Berlin ein, hatten die Wache in den Vor-zimmern des Fürsten und zeichneten sich durch ihre glän-zende Uniform aus. Sie trugen nämlich fcharlachfarbigeRöcke mit goldenen Tressen auf allen Rocknähten, auf denAermeln und Bandclieren, große Perrückcn, wie damals alleStabsoffiziere, und runde Hüthe mit braunen und rochenFcdcrbüfchcn. Die Pferde hatten reich mit Gold besetzteChabracken und Pistolenhalftcr.
In den letzten Jahren seines Ibens hielt sich KurfürstFriedrich Wilhelm häufig in Potsdam auf, wo er dieHauptfcite des Schlosses von Philipp von Chiefa anlegenund nach Chicfa's Tode von Mcmmhardt vollenden, sowie er mehrere Straßen durch den letzteren und M. M.Schmids ausbauen ließ, und starb dort am 29. Aprill688, im 69sten Jahre seines thatenrcichen Lebens, im48sten seiner weifen und glücklichen Regierung.
Als der große Kurfürst im I. 1640 seinem Vaterfolgte, zählte man nicht viel mehr als 6000 Einwohner inBerlin. Diese Zahl war im I. 1688 bis zu 20,000 ver-mehrt. Von der Häuferzahl ist keine Angabe vorhanden,jedoch war sie auch im Verhältnis! mit der vermehrten Zahlder Einwohner gestiegen.
Als Kurfürst Friedrich HU, Sohn des großen Kurfürsten, auf den väterlichen Thron stieg, so war er nichtallein darauf bedacht die Stellung zu behaupten, welchedie preußisch - brandenburgifchcn Länder im europäischenStaatenshsieme eingenommen hatten, fondern auch allesaufzubieten, damit seine Residenzstadt den von ihr unterder vorigen Regierung eingenommenen Rang einer europäi-schen Hauptstadt immer würdiger erscheine. Nm ihre Ver-
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