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Der große Ruhm des Kurfürsten und das Ansehen,welches er für sich und feine Staaten unter den europäi-schen Völkern gewonnen hatte, machten Berlin zum Sitzmehrerer folgenreichen Unterhandlungen, und mehrere fürdie allgemeinen Angelegenheiten von Europa wichtige Ver-träge wurden während der Regierung des großen Kurfür-sten in dem Schlosse zu Köln an der Spree verabredet.Berlin sah bald französische, kaiserliche oder niederländische,bald dänische, schwedische und polnische Abgesandte, welchenach damaliger Weise mit großer Feierlichkeit zur Audienzdes Kurfürsten geführt wurden. Selbst ein moskowiti-scher Gesandter im Jahre 1007 und ein tartarischer imJahre 1670 kamen im Namen des Zars und des Chander Tartarcn, um die Freundschaft Friedrichs Wil-helms zu suchen. Auch auswärtige Fürsten, der Kur-fürst von Sachsen Johann Georg der andere, der Groß-prinz von Florenz, die Königin von Pohlen besuchten denHof des bewunderten Kurfürsten, wurden mit großen Eh-ren empfangen und mit Freigebigkeit unterhalten. DieRolle welche der große Kurfürst in Deutschland und Emropa spielte, machte es nothwcndig, nicht allein seiner Re-sidenz durch Erweiterung und Verschönerung, sondern auchseiner Hofhaltung durch äußere Pracht eine solche Gestaltzu geben, wie sie eines mächtigen Fürsten würdig war. —Die früher erwähnte geringe Garnison von Berlin wurdespäterhin vermehrt, sie bestand aus der Leibgarde des Kur-fürsten und aus dem von Schöningschen Regiment 0000Mann an der Zahl. Infanterie und Kavallerie war nachholländischem oder spanischem Fuße eingerichtet und beklei-det. Nicht selten ahmte auch der Kurfürst Ludwig XIV.in seiner Prachtlicbe nach. Dieser König hatte eine auslauter Edcllcutcn der ältesten und größten Familien Frank-reichs bestehende Ehrenwache, unter dem Namen von rnous.czuemii-es a cbevsl oder i-rsncls inousczuetaires. BeiderWicdcrrufung des Edikts von Nantes kamen auch vieleaus ihrem Vatcrlande vertriebene Edclleute hichcr, welche
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