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großen Kurfürsten erfuhr, als daß im I. 1686 bei Gele-genheit eines Banstrcits zwischen dem Kammerrath Lind-holz und einem Gastwirthe, anstatt der bisherigen städti-schen Bauherren eine kurfürstliche Baukommifsion angeord-net wurde, mit der Anweisung, solche Streitigkeiten, welchebei den vielen neuen Bauen häufiger als zuvor entstehenmußten, in sehr abgekürzten Formen zu entscheiden; unddaß der Magistrat im I. 1671, als Friedrich Wilhelmden Juden erlaubte, in Berlin sich niederzulassen und wüsteStellen anzubauen, vergeblich seine Ansprüche geltend zumachen suchte auf die Gerichtsbarkeit über diese Ankömm-linge, welche er unter den baicrischcn und luxemburgischenFürsien und selbst bis zur Vertreibung der Juden durchJohann Georg im I. 1673 ausgeübt hatte. Sonst mischtesich kein kurfürstlicher Beamter in die städtische Verwal-tung, außer daß nach einer alten Berechtigung derObcrjägcrmeisicr die unmittelbare Aufsicht über Scharfrich-ter und Abdecker hatte, und einen Kanon von ihnen erhob,so wie der Hausvoigt als Stellvertreter des Obcrjägermei-sicrs die unter diesen Leuten entstehenden Streitigkeitenschlichtete i).
Die Schützengilde, für welche im 1.1617 auf Befehldes Kurf. Johann Sigismund ein Haus ucbsi Schießplatzein der Georgenvorsiadt in der davon so benannten altenSchützenstraßc 2) gcbauet worden war, hatte sich wäh-rend des dreißigjährigen Krieges ganz aufgelöset. Der ei-gentliche Zweck solcher in alten Zeiten in mehreren Städ-ten Deutschlands statt findenden Einrichtungen, eine wehr-hafte Bürgerschaft durch diese Waffenübungcn zu bilden,
1) Wilken, 1821. S. 212 n. ff.
2) Die alte Schützenstraße führt von der Bernauer- jetzi-gen Neuen-KönigSstraße zur Prenzlauerstraßc, und heißt so zumGegensatz der nachherigen neuen Schützenstraße, (welche jetzteinen Thcil der Linienstraße ausmacht) wo gegenwärtig daS Schützen-hauS nedst Schützenplatze ist.