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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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fürsic«! verdanken wir jedoch die erste Maasregel zur besse-ren Handhabung des Medicinalwcsens, indem er am 12.November 16d>5 das Kollegium Mcdikum stiftete, welchesalle Medicinalsachen im Lande besorgen sollte, und bei wel-chem alle Aerzte, Wundarzte, Bader, Apotheker und Heb-ammen, nach vorhergegangenem Examen, die Approbationnachsuchten mußten. Dieses Kollegium hatte die spezielleAufsicht über alle Medicinalangelcgcnheitcn iu Berlin unddem ganzen Lande, doch so, daß es durch ihre Geschicklich-keit bekannte Aerzte in den Hauptstädten der Mark zu Ad-junkten ernannte, welche von dem Zustande des Medicinal-wesens Bericht erstatten, und die erhaltenen Auftrage aus-richten mußten.

Was die Dichtkunst der damaligen stürmischen Zeitenanbetrifft, so war sie freilich nicht das Erzeugnis; einerschöpferischen Einbildungskraft, doch nennt man in Berlin

sorgten herumziehende Aerzte, Landfahrcr und Jahrmarktsarzte ge-nannt, die in Salerno, Bologna, Montpellier, Paris, Padua, Sala-manka und andern namhaften Orten wirklich oder angeblich studirt hat-ten, und mit kaiserlichen Privilegien oder mit FreiheitSbriesen von denUniversitäten Deutschland überschwemmten. An dem Hofe der Kurfür-sten auS dem Hause Hohenzollern finden sich im Ibtcn und 17ten Jahr-hundert Leibarzte und Wundärzte, und so werden sich bei dem allmäh-ligen Fortschreiten aller Wissenschaften und Künste, besonders seit Jo-hann Cicero, unter dem Schutze edler Fürsten auch die medicinisch-chirnrgischcn Studien einiger Entwickelung und Erweiterung erfreuethaben. ES war dieses jedoch nur Stückwerk, und noch unter demgroßen Kurfürsten fanden beim Arzneiwesen so höchst gefährliche Miß-brauche statt,daß oft Gesundheit und Leben der Untcrthanen durchdie Apotheker, Barbirer und Chirurgen! gefährdet wurden," (s. MyliuSLonst. lVlarolr. bter Theil 4te Abth. S. 11. ff.) Daher achtetecS seine landesväterliche Sorgsalt für heilsam, mittelst Medicinalediktesvom 1'2. November alten Stils 1685 daS oben erwähnte collogwmlVIe-ckicnm in Berlin zu errichten. In diesem Edikte heißt es unter andern,daßdie Operateurs, Okulisten, Stein - und Bruchschneider, Zahnbre-chcr u. s. w., ohne vorhergegangene Examination des Loll. IVIeck. undüber vier Tage in den Jahrmärkten nicht seil haben sollten.