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als geschickter Arzt für die damalige Zeit. Denn noch gehör--tcn die Heilkunde/ besonders das Wundarznciwesen zu denAeissenschaftetl worin das bisher Geschehene ein noch zubearbeitendes weites Feld übrig ließ i). Dem großen Kur--
1) Ziehen wir K. Sprengels Geschichte der Arzneikunde und Möh-senS Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg, beson-ders der Arzneiwissenschast, zu Rathe, so sehen wir daß im Mittelal-ter, seit dem Verfall der Griechen und Romer, die Arzneiwissenschafterst von den Arabern und Juden, späterhin aber auch von den Klo-sterbrüdern getrieben wurde, dabei aber war die Chirurgie im trau-rigsten Zustande, weil die erst genannten Glaubensgenossen nach demKoran, dem MoscS und der Mischna, keine Anatomie treiben dursten,ohne sich zu verunreinigen, und die Kirchenversammlungcn vom lötenund litten Jahrhundertc den Geistlichen, nach dem bekannten Spruche:die Kirche verabscheuet alles Blutvergießen, jede chirurgische Operationuntersagte. Päbstliche Bullen verboten ferner den Mönchen dasKloster zu verlassen um Kranke zu besuchen; sie ertheilten jedochden Leidenden oder deren Freunden auf ihren Bericht in den ZellenRath. Waren Handreichungen erforderlich, so wurde der Frater Ton-sor, welcher, seitdem Wilhelm, Erzbischof von Rouen, im I. 1592 denGeistlichen das Tragen der Barte verboten, daS Rasiramt im Klosterausübte, zu den nöthigen Verrichtungen entsandt. Dies ist der Ursprungder Barbierchirurgen, so wie die Bader bei Errichtung der Badestubcnzur Zeit der Kreuzzüge ss. oben S. 52) entstanden sind. In der gan-zen Zeit, wo die Anhaltischen, Bäurischen und Lützelburgischcn Fürstenüber daS Brandcnburgische Land regierten, hat sich in keinem Märki-schen Kloster ein Mönch als Arzt berühmt gemacht, nnd die gestimmtenChroniken der Mark von 1144—1415 erwähnen nur zweier nicht geist-lichen Aerzte, nämlicy de» Meisters Johann von Halberstadt (um daSJahr 151V) Leibarzt des Waldemar und der Markgräfin Agnes, unddes MeisterS Peter um 1525 zu Salzwedel (vielleicht Stadtarzt). ImI. 1448 endlich, zu Kurfürst Friedrichs II. Zeit, findet sich in den Ber-linischen Annale» ein Wundarzt, ob er aber der erste gewesen, und wasseine Pflichten waren, wird nicht gesagt. Von großer Bedeutung magwohl sein Wirken nicht gewesen sein; denn die Bader, d. h. die Inha-ber der Badestuben, und die, seitdem das Tragen der Bärte allgemeinabgeschafft wurde, zahlreicher gewordenen Barbiere durften und konn-ten, ohne die geringste wissenschaftliche und Kunstbildung das Aderlas-sen, Schröpfen, Zahnausziehen, und die Heilung von Geschwüren, Ge-schwülste» und leichten Wunden übernehmen. Wichtigere Kuren bs-