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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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geböte oder für die Erlaubnis zur Ehe in dem Falle naherBlutsvcrwandschaft, die Pathengeldcr, welche in Pommernfür die licbcrfchrcitnng der bestimmten Zahl von Pathcn,die Lchnsstrafcn nntcr 100 Thater und andere Strafgelder.Der Ankauf ganzer Sammlungen oder kostbarer Hand-schriften, wenn die gewöhnlichen Einkünfte der Bibliotheknicht zureichten, wurden aus andern Mitteln bestritten; imI. 1063 wurde die Bibliothek der hiesigen Domkirchc, undim I. 1008 die von der Kurfürstin Luise Henriette hinter-lasscne Büchcrsammluug in die öffentliche Bibliothek ge-bracht, und so geschah es, daß die kurfürsil. Bibliothek imI. 1087 1618 Handschriften und ungefähr 20000 gedruckteBücher zählte. Als Bibliothekar wurde neben JohannRave, der gelehrte Rektor des Joachimsthalfchcn Gymna-siums, Johann Vorstius, im I. 1002, als zweiter Biblio-thekar ernannt, und diesem noch im I. 1008 der Professoraus Frankfurt an der Oder Christoph Hendreich als drit-ter Bibliothekar zugesellet, indem letzterem besonders derAuftrag ertheilt wurde, gemeinschaftlich mit feinem Bruder,die Bibliothek zu ordnen, sie in mehrere Fächer, nach denverschiedenen Wissenschaften, zu thcilen, und ein Verzeichnisder vorhandenen Handschriften und Bücher anzufertigen^).

Außer den gelehrten Männern, welche mit der Auf-sicht der kurfürstl. Bibliothek beauftragt waren, zeichnetensich noch in Berlin aus, der mit tiefen philosophischen, po-litischen und historischen Kenntnissen ausgestattete berühmteFreiherr von Pussendorf; die mit der Bearbeitung einer sy-stematischen Geschichte Brandenburgs beanftragtcnJoh. Bap-tisie de Roeolles und Gregorio Lcti; die RcchtsgelehrtcnPeter Fritze, Mathäus Wcfenbeck, Johann Fromhold undJohann Portmanns; der mit dem Studium der chinesischenSprache beschäftigte Probst Andreas Müller und der kur-fürsil. Leibarzt Menzel, ein eben so gelehrter Sprachforscher

1) Wilken, Geschichte der Kenigl. Bibliothek. S.1242.