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von mehreren Schriftstellern wird auch einer solchen kur-fürstlichen Bibliothek gedacht, welche bis zun» Jahre 1t>0lin den Schloßgcmächcrn unter dem Dache soll aufbewahrtworden sein ^). Allein, nach allen vorhandenen Nachrich-ten 2) war sie bis dahin nicht sehr bedeutend. Jedoch vondiesem Zeitpunkte an, scheint sie aus den Trümmern mär-kischer Klostcrbibliothcken, eben so aus mehreren Bibliothe-ken der neu erworbenen Länder, vornehmlich des ErzsiiftsMagdeburg bereichert worden zu sein. Der berühmte Pro-fessor der morgcnländischcn Sprachen, Johann Rave, wurdehicher gerufen und zum Bibliothekar ernannt, und die kur-.fürstliche Bibliothek in einem geräumigen, anständig einge-richteten und mit verschiedenen Gemälden und anderen Zier-den geschmückten Räume, aufgestellt, nämlich in einem 150Fuß langen und äO Fuß breiten Saale im ersten Stock-werke des im Lustgarten gelegenen Seitengebäudes desSchlosses, über der Hofapothcke, der ehemals dem bekann-ten Leonhard Thurneisen als chemisches Laboratorium ge-dient hatte. Da nun diese Bibliothek, sei es im I. Ibbloder etwas später, den vornehmen Hofbcdicntcn, Rächenund Gelehrten zum Gebrauche geöffnet ward, so wurde auchneben dem großen Bibliotheksaalc, außer einem Zimmer,worin die Handschriften und einige Seltenheiten -ch ihrenPlatz erhielten, ein Lesezimmer für diejenigen bestimmt,welche die Bibliothek benutzen wollten, und deshalb imWinter geheizt. Es wurden der Bibliothek gewisse bestän-dige Einkünfte zugewiesen, z. B. die Gefälle von den Ver-lobten für die Dispensationen von dem mehrmaligen Auf-
t) Küster, Th. III. S. 2t.
2) Fr. Willen, Geschichte der Königl. Bibliothek, 1828. S. tt.tz) Diese Selrenheiten bestanden in Modellen, ausgestopften Thie-ren und anderen Naturalien und Kunstsachen, welche im 1.168N an dieKunstkammcr abgegeben worden sind, so wie in der Luftpumpe deS Ottovon Guericke nebst den beiden dazu gehörigen Halbkugel», welche nochin der Königlichen Bibliothek aufbewahrt wird.