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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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teni); bald nachher bekam der Werder seinen eigenen Rathsder sich in dem im 1.1572 auf dem werdcrschcn Markte, dawo jetzt das neue Münzgcbäude steht, von Simonetti crbauetcnRathhause vcrsammlcte. ,,Dieses Nathhaus, wie Gcdicke 2)sich darüber ausdrückt, war damals ein wahrer Proteus,der bald diese bald jene Gestalt annahm, denn unter einemDache befanden sich anfanglich Nathhaus, Kirche, Gerichts-siube, Stadtkeller, Gcfängniß, Vrodtscharrcn, Folterkam-mer und Schule." Als nämlich dieser Stadttheil gebauetwurde, war noch keine Kirche für die Gemeinde vorhanden,bevor also Kurfürst Friedrich Iii- das ehemalige, oben er-wähnte Reithaus im I. 1699 zu einem Kirchcngcbäudeschenkte, wovon die eine Hälfte verdeutschen, die andere derfranzösischen Gemeinde gehörte, und das inwendig durch eineZwischenwand gethcilt ward, versammlete sich die letztereGemeinde auf dem Schlosse, die crstere aber auf dem wcr-derschen Rathhause. Als im 1.1681 3) eine eigene lateini-sche Schule für diese neue Stadt, die Friedrichsschule,das nachherige Friedrichswerdersche Gymnasium,gestiftet wurde, so räumte man ebenfalls derselben einigeZimmer im Nathhause ein, und die ersten Rektoren Zol-likofer, Ellert u. s. w. waren zugleich Vorsteher der Schul-anstalt und Prediger an der werdcrschen Kirche.

Gedicke in der unten erwähnten Geschichte des Frie-drichswerdcrschen Gymnasiums, die er als Einladungsschriftzur Feier des hundertjährigen Jubiläums dieser Anstalt imI. 1781 herausgab, bezeichnet die Insel worauf der großeKursürst den Fricdrichswerder anlegen ließ, als einen ehema-ligen Weideplatz der Gänse und Wohnsitz der Baren. Daß

1) Nicolai, Beschreib, von Berlin, Th. I. S. 119 u. ff.

2) Gedicke, Gesch. des Friedrichswerdersche» Gymnasiums S. l l.

3) Gedicke, S. 7. bemerkt, daß der eigentliche Stiftungstagsckwer zu bestimmen und daß die Angabe, die Schule sei am 5. März1t>81 eingeweiht worden, gar nicht zu beweisen sei, und bloS darauf zuberuhen scheine, daß der Kalender diesen Tag mit dem Namen Friedrichbezeichne.

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