1) Gedicke, S. 6. Küster, Ä. u. N. Berlin, Th. II. S. 616.
2) König, Schilderung von Berlin, Th. II. S. 144, 364, 352u. 412.
3) Nicolai, Beschr. von Berlin, Th. I. S. 157.
4) Diesen Thurm hat der Verfasser dieses Werks nicht allein ge-sehen, sondern er erinnert sich auch aus seinen frühesten Lebensjahren,daß, so lange derselbe gestanden hat, noch rnit dem Läuten täglich fort-gefahren worden ist, obgleich keine Jägerei daselbst mehr existirte.
ein Thcil des Worders ehedem der Gansewerder hieß, habenwir schon oben gesehen; daß die Insel aber zugleich zumWohnsitz der Bären gedient habe, beruhet auf folgenderStelle in Küsicrs Werke i): „Zwischen dem Strom der dieMühlen treibt und der Schleuse lag der eigentliche Werder,eine Insel. Auf dieser Insel stund sonst ein Häusgcn, des-sen sich die Jägerei bediente, und von einem Jager bewohntworden. Auf der andern Seite der Schleuse war ein Gar-ten, in welchem Bären gehalten, und so viel das sehr mo-rastige Erdreich leiden wollen, Brennholz darum gesetzt wor-den; wie denn noch itzo auf dem Fricdrichswerder eine Straßeden Namen von Holzgartenstraße führt." Daß Jagd ehedemein Hauptvcrgnügen der Fürsten gewesen und auch die Mark-grafen solche geliebt, ist eine anerkannte Sache. Daß dergroße Kurfürst, wie seine Vorfahren, ein erklärter Jagd-liebhabcr war, ist ebenfalls erwiesen 2). — Schon imlöten Jahrhundert befand sich auf dem Werder ein kurfürst-licher Jägerhof, wo sich damals der Thiergarten endigte.Als derselbe baufällig geworden, ward im I. 1604, umdie Kosten eines neuen Baues zu sparen, das Gebäude desVorwerks der Kurfürstin Katharina, das an dieser Stellestand, zum Jägerhofe gewidmet 3). Hier wohnten diekurfürstlichen Jäger und als das Reithaus in eine Kircheverwandelt wurde, verwahrte man auch hier das Jagdzeug.Nach der Obcrwallstraße hin war auf dem Hause No. 10ein hölzerner Thurm 4) mit einer Glocke, und um 12 Uhr desMittags und des Abends um 6 Uhr wurde geläutet, wenn