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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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wovon der eine der Gansewerdcr hieß, weil er mit Grasbewachsen war, und die Ganse darauf gehütet wurden, undder andere nur den kurfürstlichen Holzgartcn nebst einigenWohnungen für Hofbcdiente enthielt, an Privatpersonen,welche Lust und Mittel zum Bauen hatten, überlassen, in-dem diese,nach abgestattetcn jährlichen Erbzins, nämlichvon jeder Quadratruthe rheinl. Maaße drei Silbcrgroschcn,von der Kontribution, und allen andern Real- und Perso-nal-Lasten und Beschwerden, wie solche Namen haben möch-ten, ganz befreiet sein, ihrem besten Vermögen nach, freiebürgerliche Nahrung, Handel und Wandel zu treiben, auchallerlei Zünfte aufzurichten, Macht haben." So heißt esin dem Privilegium des 19. September 1669 i), wodurchdiese neue Anlage zu einer eigenen Stadt mit dem Namenvon Friedrichswcrdcr erhoben wurde. In dieser Urkunde,in welcher der Kurfürst sich vorbehält, das gegebene Pri-vilegium allcmahl dem Befinden nach zu verbessern, zuvermehren und zu vermindern, wird auch in Absicht derJurisdiction festgesetzt, daß dieser neue Stadttheil von der

oder Fridrichsgrast (Friedrichsgroden), Schleusengrabenund Kupfer graben in den verschiedenen Stadtgegenden an, undfällt unweit des GartenS von Monbijou in den Hauptstrom. DieEndigung Gracht oder Graft für Graben ist holländisch, weildieser Graben nach der jetzigen Lage, im I. 1681 beim Ausbau vonNeuköln, vermuthlich unter deS holländischen Baumeisters Memm-hardt Direktion angelegt worden ist. Die Nähe der Schleuse hat die-sem Arm der Spree von der großen Spreegassenbrücke an bis zurneuen PackhofSbrücke den Namen von Schlensengraben, so wiedie Nähe des Gießhauses dem übrigen Theil die Benennung vonKupscrgraben gegeben. AuS dein Schleusengraben geht rechtsder Mühleugraben unter der kleinen Spreegassenbrückc, hinterder Brüderstraße und Stechbahn nach den Wcrderschen Mühlen, undvereiniget sich dort wieder mit demselben, und links der Münzgra-bcn, zum Betrieb der Münze, bis zum alten Packhos, wo derSchleusengrabcn ihn wieder aufnimmt. Vom FestungSgraben istschon oben die Rede gewesen.

1) Küster, Th. I. S. 8.