182
zur Post gehörig. Das Haus No. 36 in der Klostcrsiraßc,im 15ten Jahrhundert ein Kurfürstliches Haus, was Jo-hann Cicero im 1.1487 einem seiner Sekretaire als Burg-lehn verlieh, kam, nachdem es mehrere Besitzer gehabt hatte,im I. 1613 an Hans von Waldau und dessen Erben, fielaber um 1686 dem Kurfürsten wieder auhcim, und wurdevon Kurfürst Friedrich >11. der ersten Kadctrcuansialt ge-widmet. Neben der jetzigen Parochialkirchc hatte der kur-fürstliche Kammerdiener Johann Kunkel, späterhin JohannKunkel von Löwcustcrn, berühmt wegen feiner Glasmacher-kunst und alchymisiifchen Versuche, an denen auch der Kur-fürst, nach dem Geiste der damaligen Zeiten, Vergnügenfand, fein Haus und Laboratorium. Dies Haus kauftedie reformirte Gemeinde als die Parochialkirche im 1.1695erbauet werden sollte. Der Kalandshof No. 92 war zu derZeit Eigcnthum des Kirchcnkastcns der Probstei zu Berlin,und es wurden die Einkünfte des ehemaligen Kalands vomRathe zu Berlin verwaltet. Von den Häusern No. 87, 86und 85, ehemaligen Wohnungen der Bischöfe von Lebusund Brandenburg, verlieh Kurfürst Joachim Friedrich dasGebäude No. 87 dem Gcfchlcchte von Röbel, welches esnoch unter dem großen Kurfürsien befaß, bis es am An-fang des 18ten Jahrhunderts der Staats-Minister vonBrand kaufte, von dessen Erben es an den Grafen vonSparre kam, der es auf jetzige Art bauen ließ; No. 86gehörte im I. 1652 dem hiesigen Bürger Jakob Grunound No. 85. dem Zeugmeister und Rathsverwandten OttoPrcnzlow. Den Pallast der Bischöfe von Havelberg amneuen Markt, das jetzige Wachtgcbäude, früher der vonRochowschcn Familie verliehen, erhielt der Geheime Staats-Sckrctär von Sturm im I. 1681 nebst Garten und einemBudenraum (wie es in den Akten heißt) in der Nofcnsiraßc,
bezeichnen vielleicht den 7. Mai Ibbch wo der Kurfürst diese Schenkungbestätigte.