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Keiner bedeutenden Umänderung sind die übrigen zuBerlin und Köln gehörigen Kirchen in diesem Zeitraum un-terworfen gewesen. Die St. Nikolaikirche ist im 17. Jahr-hundert zweimal wieder hergestellt worden, nämlich in denI. 1513 und 1677, obwohl die letzte dieser Erneuerungeneigentlich nur eine gründliche Reinigung der Pfeiler undWände war. Der Thurm, im I. 1514 aufgefetzt, war,nachdem er vom Blitze sehr gelitten hatte, im Je 1551 be-reits wieder erneuert worden; das Innere der Kirche da-gegen erfuhr, wie wir es schon oben gesagt, feit dem Aus-bau in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, keine we-sentliche Abänderung; dasselbe ist, ohne die nicht sehr ge-räumige Vorhalle, 171 Fuß lang, 73 Fuß breit, und 49Fuß hoch. Achtzehn freistehende, mächtige Pfeiler tragenzusammen das in hohen Spitzbogen sich kreuzende Gewölbedes Hauptschiffes, und der beiden fast eben so hohen Sei-tenschiffe. Den hohen Chor, wo die in beträchtlicher Höhedicht an der Wand hinlaufende schmale Galerie, gewöhn-lich der Mönchsgang i) genannt, noch besonders zu bemer-ken ist, schließen wiederum sieben Seiten des Vierzchnecks,und ob derselbe nun gleich breit und geräumig ist, so meintdoch Dr. Seidel in seinen Betrachtungen über die schönenKünste in Berlin 2), daß er wegen seiner minder gefälligenVerhältnisse eine nicht so schöne Wirkung, als der Chor-schluß der Klosterkirche, oder auch der ohnehin höheren undgrößeren Marienkirche mache, so wie überhaupt, die ge-
t) Der Mönchsgang führt zu der über der Sakristei auf-gestellten Kirchenbibliothck, welche, nach Nicolai, Th. ll. S.779, im I.1589, nebst der Marien-Kirchenbikllothek, gestiftet, wie diese, mehrere Jn-«unabcln, griechische Schriftsteller, sowohl Profanscribenten als .Kirchen-väter in guten Ausgaben, Polyglottere und andere seltene Werke ent-hält. Die Bibliothek der Marienkirche (f. Nicolai, Th. 11. S. 772)steht theils in der Sakristei, theilS in der Kirche in eurer Abtheilung aufdem Chor«. Die Anzahl der Bände kann ungefähr 1öW, die der Bi-bliothek der Nikolaikirche 1999 betragen.
2) Dr. C. Seidel, 1828. S. 17.