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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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gesverwüsiungcn, denen sie dreißig Jahre hindurch ausge-setzt gewesen waren, und die der große Kurfürst, ungeach-tet seiner verschiedenen Fcldzüge und der kriegerischen Un-ruhen, welche manche Unterbrechungen uothwcndig mach-ten, mit rastloser Thätigkeit und dem glücklichsten Erfolgezu tilgen wußte.

Wir haben schon früher bemerkt, daß bis in der Mittedes 17ten Jahrhunderts die Straße: hinter der heili-gen Straße: genannt, nur in einem schmalen, ungepfla-sterten, schmutzigen Gang an dem rechten Sprccufcr miteinigen Gärten und schlecht gcbauctcn Häuscrchcn bestand.Im I. 1657 ließ der Rath von Berlin zuerst auf desKurfürsten Befehl, längs dem Wasser, von der langenBrücke an bis in die Gegend der allgemeinen KriegcsfchulcNo. 19, eine Schälung machen und den Gang erhöhen,der üvrigc Thcil bis an der jetzigen Fricdrichsbrücke bestandgrößtcnthcils aus Gärten die bis an die Spree gingen, derThcil der Straße rechts von der langen Brücke, der an-fänglich nur aus den Hintergebäuden und Gärten der älte-sten Häufer der Postsiraße bestand, hieß bis zu diesemJahrhundert: an der langenBr ü ck c amWasser, abererst damals kam für die verbesserte linke Seite der Namevon Burgstraße auf, weil die Straße so lang war alsdie alte Burg des Kurfürsten Friedrichs II. Von der heil.Gciststraßc ging diesseits der kleinen Burgstraße ein Gaß-chen nach der Spree hin, das Sprcegäßlein, auch dasFrauengäßlein genannt. In demselben Jahre 1657befahl der große Kurfürst, thcils wegen Feucrsgcfahr, thcilsweil der Kanal auf dcm neuen Markte, der feinen Abflußdurch diese enge Gasse hatte, schon seit 1614 verstopft war,und den entsetzlichsten Koch und Gestank verursachte, daßder Rath zu Berlin das Sprcegäßlein breiter machen undpflastern lassen sollte. Weil sich derselbe aber wegen Man-gel des Geldes entschuldigte, so kaufte der HofrcntmeisierMichael Mathias, als Eigcnthümcr des Freihauscs an derEcke der Heiligengciststraßc No. 10, den Platz zu der kleinen