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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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und als cr selbst im I. 1695 starb, ward die Endigungdesselben dem Grünberg aufgetragen ^).

Eine der wichtigsten Anlagen in Berlin, die M. M.Schunds als Hofbaumeistcr leitete und die als Beweisseines cigcnthümlichcn einfachen kräftigen Styls angeführtwerden kann, ist der zum Schloß gehörige kurfürstliche,jetzige königliche Stall in der breiten Straße. Wirhaben bereits oben gesehen, wie dieser Stall schon im15tcn Jahrhundert auf der Halste des jetzigen Platzes nachdem Schlosse zu stand, wie dann als cr alt und bau-fällig war, ein anderer Marstall im Schlosse selbst einge-richtet wurde, und das ehemalige Gebäude dem Obcrkäm-mercr und Gcheimcnrathe Hier, von Schlick, Grafen zuPassau zufiel, dieser noch daranstoßende Grundstücke acqui-rirte, die späterhin wieder sämmtlich Eigenthum des Lan-desherr« wurden. Im 1.1618 verlegte der große Kurfürstden kurfürstlichen Marstall vom Schlosse in das Haus amAnfang der breiten Straße. Im I. 1665 brannte dieserStall aber größtenthcils ab. Friedrich Wilhelm faßte denEntschluss ihn vergrößert wieder aufzubauen, kaufte dahernoch das zwischen dem Marstalle No. 36 und 37. und denübrigen kurfürstlichen Besitzungen No. 3234., was mandas Kurfürstin Haus nannte, gelegene Haus No. 35.,das Hans Georg von Ribbeck im I. 1624 für sich undseine Gemahlin C. von Brösigke erbauete, und nun begannder Ausbau des jetzigen Stalls unter Schunds Leitung von1665 1670. Das Ganze bildet ein langes viereckigesGebäude, drei Geschoß hoch, das bis an die Spree durch-gehet, und zwei geräumige Höfe einschließet, hinter No. 36u. 37 in der breiten Straße und noch hinter No. 35, denndie Fa?ade des von Ribbcckschcn Hauses No. 35 ist mit seinenschön verzierten Giebeln, seiner mit mancherlei Bildwerkartig geschmückten Thür in ihrer alterthümlichcn Form stc-

t) Nicolai, Beschreibung von Berlin. Th. 1. S. 91.