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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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oder Hirt, in den Gemächern der Kurfürstin mit Hülfe ei-niger aus Holland verschriebenen Gesellen acht Decken stückedarin mahlen. In demselben Jahre entfernte Friedrich Wil-helm aus dem Schlosse die zu der Hausvoigtci oder demHofgcrichte gehörigen Gefängnisse, indem er den von seinemkupfernen Dache sogenannten grünen Hut im alten Schloß-fiügcl am Wasser zu bewohnbaren Zimmern einrichten ließ.Die wenigen Hauser welche im löten Jahrhundert für Hof-bcdiente auf dem Werder erbauet worden waren, verfielenganz während des dreißigjährigen Krieges und stürzten amEnde im I. 1045 ein. Darunter befand sich auch einReithaus auf dem Platze wo gegenwärtig die WerdcrscheKirche ist. Der große Kurfürst lies es im I. 1648 herstel-len, mit einer Bahn zum Ringel - und Quintanrenncn ver-sehen , und dreifache Böden zur Aufbewahrung des Jagd-zeuges darin anlegen. Im I. 1650 kam endlich der ausHolland gebürtige, als kurfürstlicher Ingenieur und Bau-meister, nach Berlin berufene Johann Gregor Memmhardtan; lange schon hatte man ihn erwartet, da kein eigentli-cher Architekt vorhanden war. Zuerst machte dieser Bau-meister die oben schon erwähnten Anlagen im Lustgartenvom I. 16501652; im letztgedachtcn Jahre ward fer-ner nach feinem Plane ein Thcil des Schloß-Altans mitKupfer gedeckt, ein großer Thcil der baufälligen Gebäudedes äussern Schloßhofcs abgebrochen und wieder aufge-führt, und thcils nach der Freiheit zu im Erdgeschosse Zim-mer für verschiedene Kollegien und Kassen, theils in demFlügel nach dem Garten zu, im ehemaligen Marstall Woh-nungen für Hofbcdicnte zugerichtet. Plötzlich aber mußtewegen des mit Karl Gustav von Schweden ausgekroche-nen Krieges im I. 1.655 alles eingestellt werden, jedochnach dem Fricdenfchlusse im I. 1656 fetzte Mcmmhardtden Schloßbau fort, brachte das schmale Gebäude, nachder Cprecscite, neben der alten Kapelle, was unter demNamen der Herzogin Haus bekannt ist, weil es wahrschein-lich am Ende der Regierung Johann Georgs für dessen

Schwester,