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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Die Vermählung Friedrich Wilhelms mit Luise Hen-riette, ältesten Tochter des Prinzen Friedrich von Oranicnam Ende des I. 1646 machte bei dem Kurfürsten denWunsch rege, seiner jungen und liebenswürdigen Gemah-lin im Schlosse eine Wohnung zu bereiten, die ihrer undzugleich seiner würdig wäre. Einheimische Künstler hatteBerlin damals gar nicht. Denn schon als unter der vori-gen Regierung der kurfürstliche Baumeister Johann Baptistde Sala im I. 1621 starb, schrieb der Statthalter unddie Amtskammcr dem Georg Wilhelm nach Königsbergsie wüßten dieses Orts niemand zum Baumeister vorzu-schlagen, sie wollten, wenn es die Nothdurft erfordere,den Baumeister zu Küstrin in vorfallenden Bausachengebrauchen." Derselbe Mangel war nun auch herr-schend, als Friedrich Wilhelm zur Regierung kam, so daßals der in Rede stehende Bau am Schlosse ausgeführt wer-den sollte, und der Kurfürst seinen dicsfalsigcn Plan vomHaag aus dein Kammerpräsidenten von Arnim mitthcilte,so meldete dieser in seinem Berichte, er habe keinen Stein-metzer, indem der vorhandene gestorben sei. Der Kurfürstantwortete, er habe bereits dort einen Zimmermann ange-nommen , wollte sich auch um einen Steinmetzer und Bau-meister bemühen, und als nach dem kurfürstlichen Befehlevorläufig einige Zimmer für die junge Kurfürstin in Standgesetzt werden mußten, so war die Anweisung der Kammerzur Lieferung des nöthigcn Holzes nicht genügend, sondernes mußte der Tischler in der Fischcrstraße noch ausdrücklichaufgefordert werden, sich für die Arbeit, welche ihm beidieser Einrichtung übertragen werden sollte, mit trockenemApfel-, Birn - und Pflaumcnbaumholze zu versehen >). Eshatte indcß unter der Leitung des kurfürstl. Kammerdieners,Moritz Neubauer, der Bau guten Fortgang, und schon imI. 1647 konnte der kurfürstliche Hofmaler Michael Hirte

l) Nicolai, Beschreib, von Berlin, Th. I. S. ö.1. Willen, 1821,