Druckschrift 
Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

158

thovc und nach Spaudow hatte, da das Haus am ausser-freu Ende des damaligen Berlins stand. Der untere Theilwar eine Grotte, mit Muscheln ausgezicrt, neben welcherverschiedene kleine Vcxicrspringbrunncn waren r). In derMitte des Lustgartens war, der Lange nach, ein Obstgar-ten nebst einem Vogelhause, und weiterhin sollte ein großerTeich ausgegraben werden, welcher aber nie zu Standegekommen ist. Von da ging man, linker Hand am Was-ser, in der Nahe der jetzigen Neuen-Packhofsbrückc, hinterdein Museum, abermals auf einer Treppe von sieben Stu-fen in dem Hintergarten herunter. In demselben war eineLindenplantage, rechter Hand ein botanischer Garten, dannin der Gegend des Ausflusses des Opcrngrabens in denKupfcrgraben ein Pomcranzcnhaus, und endlich ein Küchcu-garten. Als der große Kurfürst aber die Stadt befestigenließ, ward im I. 1058 der ganze Hintergarten durch einBollwerk ganz abgeschnitten, und ging in der Folge ganzein. Dagegen wurde der Garten bis an die Schloßbrückeerweitert, und der vorher zum Teich bestimmte Platz erhö-het und bepflanzt. Von dem Lustgarten bis zum Thier-garten führte schon seit dem 1.1647 eine 250 rhcinl. Ru-then lange Allee von Nuß- und Lindcnbaumen. Im I.1685 war im Bollwerke ein neues Pomcranzcnhaus, (dernachhcrige neue Packhof), erbauet.

t) Nicolai, Th. I. S. 74 75. Ms König Friedrich Wilhelm t.den Lustgarten in einen Paradeplatz verwandelte, ward dieses Gebäude,nebst 5 Arkaden von einem dabei gestandenen noch nicht fertigen Ge-bäude, dem Johann Barraband zu einer Tapeten-Manufaktur einge-geben, die zwar im I. 1717 noch erweitert wurde, aber nachher ein-ging. Im 1.1738 schenkte der König der Kaufmannschaft den ober»Saal zu einer Börse und zu den Versammlungen der KaufmannS-gilde. Den untern Theil ließ Friedrich II. den für ihn arbeitendenBildbauern zur Werkstatt einräumen. Das ganze Gebäude ward aberam Ende so baufällig, daß es weder zu der einen noch zu der an-dern Bestimmung mehr benutzt werden konnte, und da ließ die Kauf-mannschaft die jetzige Börse bauen.