Helten mancherlei Opfer von den Martern forderten, derKurfürst und sein Haus zur rcformirten Kirche übertrar,und dadurch bei einem großen Thcile feiner Uutcrthancueine Unzufriedenheit erregte, die sogar in Berlin zu heftigenAuftritten Veranlassung gab. Schon am 13. Oktober 1b 13erhob sich in der Domkirche gegen den Hofprcdigcr SalomoFink, unmittelbar nach der Predigt, als er eben das Vater-unser ausgcbctct hatte, ein ärgerlicher Auflauf, indem einigeHandwerksburfchcn, welche sich zusammengerottet und Steinegesammlet hatten, in die Kirche eindrangen, mit Steinenzufammcnklatschtcn, drohend „sie wollten den Pfaffen stei-nigen, wenn er von der Kanzel herabkame," Der Hofpre-diger wurde noch zu rechter Zeit durch die Hülfe der Schloß-trabanten der Ausführung dieser Drohungen entrissen. Vonder Kanzel und in Schriften wurde täglich von den Zelotenunter den lutherischen Geistlichen gegen die kalvinifchc Lehre,gegen den Kurfürsten und feine Räthc geschmäht und sogargeschimpft, und alle Bemühungen Johann Sigismunds, umdie gereizten Geniüther zu besänftigen, waren fruchtlos.
In der Charwoche des 1.1b15 ereignete sich aber derschlimmste Vorfall. Als während der Abwesenheit des Kur-fürsten, dessen Bruder, der Märkische Statthalter, Mark-graf Johann Georg von Jägcrndorf, in der Domkirche,welche schon feit einigen Jahren dem rcformirten Gottes-dienste geweiht war, alle noch vorhandene Ucbcrblcibfcl desKatholicismus wegräumen ließ, also alle Bilder und Crn-cifipe, die beiden Altäre und den Taufstein, wofür ein ein-facher Tisch in den Chor gestellt wurde, so erlaubte sichPeter Stülcr, Kaplan zu St. Peter, dessen Frau einenBicrschank von trefflichen Bernaucr Bier hielt und dadurchauf die niedere Volksklasse großen Einfluß hatte, am näch-sten Sonntage öffentlich dagegen zu predigen und sparteselbst Schimpsrcden nicht gegen den Kurfürsten und seinenBruder, den Statthalter. Aus Furcht, darüber zur Ver-antwortung gezogen zu werden, entfloh er nach Schvn-bcrg; das Volk, durch das geistliche Bier und die Reden